KDFB

Bericht

16.03.10

KDFB zur Einführung der Frauenquote bei der Deutschen Telekom

Quelle: www.fotolia.de

Köln, 16. März 2010   Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) begrüßt den Vorstoß der Deutschen Telekom, als erstes Dax-30-Unternehmen freiwillig eine Frauenquote einzuführen. „Durch ihr Handeln zeigt die Deutsche Telekom, dass Unternehmen auf qualifizierte Arbeitnehmerinnen in Führungsetagen nicht mehr verzichten können und wollen“, so KDFB-Präsidentin Ingrid Fischbach. „Wir hoffen, dass andere Unternehmen diesem Beispiel folgen werden und dass nun auch die Politik mit einer gesetzlichen Vorgabe nachziehen wird.“

 

Thomas Sattelberger, Personalvorstand der Telekom, hatte am Montag bei einem Forum der Initiative „Frauen in die Aufsichtsräte“ (FidAR) in Berlin vor mehr als 300 Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft angekündigt, bis zum Jahr 2015 weltweit die oberen und mittleren Führungspositionen im Unternehmen mit 30 Prozent Frauen zu besetzen. Der KDFB, der sich schon seit Jahren für mehr Frauen in Führungspositionen und eine Frauen-Quote für Aufsichtsräte einsetzt, gehört zu den Unterstützerinnen des FidAR-Forums.

 

„Leider haben die moralischen Bekundungen und Absichtserklärungen der deutschen Wirtschaft zur Frauenförderung substanziell nicht allzu viel gebracht“, begründet Sattelberger die Einführung der Quote. „Mentalitäten, traditionelle Rollenmuster, eingeschliffene Verhaltensweisen und etablierte Hierarchien – das mussten wir schmerzlich erkennen – lassen sich offensichtlich weder durch Rhetorik, noch durch gut gemeinte, aber nicht durchschlagende Mentoring-Programme ändern. Deshalb gehen wir jetzt einen neuen und mutigen Weg.“

 

„Dass eine Frauenquote sehr schnell sehr viel verändern kann, zeigt Norwegen“, so Fischbach. „Nachdem alle Appelle an die Wirtschaft nichts genutzt haben, gilt dort seit dem 1. Januar 2008 eine verbindliche Quote von 40 Prozent Frauen in Kontrollgremien. Der Anteil der Frauen in Aufsichtsräten hat sich seither von sieben Prozent im Jahr 2005 auf 40 Prozent erhöht.“

 

Redaktion: Gabriele Klöckner

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