KDFB

Bericht

26.04.10

KDFB fordert mehr Frauen in kirchlichen Führungspositionen

Foto: KDFB

Köln, 26.4.2010 – Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) begeht am 29. April, dem Festtag der heiligen Katharina von Siena, den „Tag der Diakonin“. Damit bekräftigt der Verband seine Forderungen nach der Zulassung von Frauen zum diakonischen Dienst in der Kirche sowie nach der Besetzung kirchlicher Führungspositionen durch Frauen.

 

„Wir sehen derzeit keine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in der Kirche“,  erklärt KDFB-Präsidentin Ingrid Fischbach anlässlich des Gedenktages in Köln. Es sei ein Dilemma, dass qualifizierte Frauen mit theologischen, sozialen, pastoralen oder betriebswirtschaftlichen Kompetenzen in Einrichtungen und Organisationen der katholischen Kirche deutlich unterrepräsentiert sind. Der Frauenbund sieht hier konkreten Handlungsbedarf und fordert die Verantwortlichen auf, im Sinne der Würzburger Synode erkennbare Schritte für mehr Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Kirche zu unternehmen. „Es darf nicht sein, dass Frauen in der Kirche aufgrund ihres Geschlechtes von hauptberuflichen Führungsaufgaben ausgeschlossen sind“, begründet Ingrid Fischbach das Engagement des Frauenbundes, der in 21 Diözesen vertreten ist.

 

Eine Ungleichbehandlung sieht die Präsidentin des 220.000 Mitglieder starken Frauenverbandes auch im fehlenden Diakonat der Frau. Obwohl Frauen die meisten diakonischen Aufgaben in Gemeinden leisten, z.B. als Katechetin in der Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung, als Leiterin von Wortgottesdienstfeiern oder bei der Begleitung alter, kranker und sterbender Menschen, wird ihnen die offizielle Anerkennung als Diakonin verwehrt.

 

 

„Frauen, die sich zur Diakonin berufen fühlen und sich bewusst in den Dienst am Nächsten und der Gemeinde stellen möchten, müssen offiziell gefördert und als Bereicherung innerhalb der katholischen Kirche anerkannt werden“, so Fischbach. Ihnen dürfe die Verwirklichung ihrer Berufung nicht vorenthalten werden, nur weil sie Frauen sind.

 

1998 richtete der Katholische Deutsche Frauenbund den Gedenktag der heiligen Katharina von Siena (29.4.) als „Tag der Diakonin“ ein. Er erinnert daran, dass der Diakonat der Frau ein unübersehbares Zeichen für die Gleichrangigkeit und Gleichwertigkeit von Männern und Frauen beim Dienst in der Nachfolge Jesu Christi ist. In vielen Gemeinden führen KDFB-Frauen an diesem Tag Veranstaltungen zur Thematik „Frauen und Kirche“ durch.

 

 

Hintergrundinformation:

Katharina von Siena (1347 – 1380) kümmerte sich mit Hingabe um Alte, Kranke und Verstoßene. Sie war eine gläubige, mystische und mutige Frau, die immer wieder öffentlich auf kirchliche, gesellschaftliche und politische Missstände hinwies und Kritik am Handeln der Verantwortlichen äußerte. Neben ihren sozialen und karitativen Tätigkeiten beriet sie Bischöfe, Päpste und Politiker und trat als Vermittlerin bei Friedensverhandlungen auf. Im Jahr 1461 sprach Papst Pius II. sie heilig, Papst Johannes Paul II. ernannte sie 1999 zur Schutzheiligen Europas.

 

 

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 220.000 Mitgliedern. Seit seiner Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Gesellschaft, Politik und Kirche ein.

 

 

Ute Hücker

KDFB-Pressereferentin

 

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