Bericht
Neue Chancen für den Diakonat der Frau
Köln, 11. Juni 2010 - Der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) begrüßt die jüngste Äußerung von Bischof Dr. Franz-Josef Bode zum Diakonat der Frau. Der Vorsitzende der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz hatte in einem KNA-Interview die Möglichkeit erwähnt, den Diakonat der Frau neu in die theologische Diskussion einzubringen. Seiner Meinung nach könne die Eigenständigkeit des Diakonats gegenüber dem priesterlichen Dienst Argumente für die Diakoninnenweihe bieten.
Ingrid Fischbach, Präsidentin des 220.000 Mitglieder starken Frauenverbandes, sieht in der Aussage von Bode ein hoffnungsvolles Zeichen für mehr Gleichrangigkeit von Frauen und Männern in der Kirche. „Es gibt viele Frauen, die sich zur Diakonin berufen fühlen und die sich bewusst in den Dienst der Gemeinde stellen lassen möchten“, stellt Fischbach fest. Schon jetzt leisten Frauen die meisten diakonischen Aufgaben in den Pfarreien, z.B. als Katechetin in der Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung, als Leiterin von Wortgottesdiensten oder bei der Begleitung alter, kranker oder sterbender Menschen.
Das vom Frauenbund unterstützte „Netzwerk Diakonat der Frau e.V.“ hat seit 1999 bereits 23 Frauen in zwei dreijährigen Kursen auf die Tätigkeit als Diakonin ausgebildet. Die Ausbildungsordnung entspricht der von männlichen Diakonen, so dass das Aufgabengebiet in gleicher Weise erfüllt werden kann. „Es wäre ein sinnvolles und Mut machendes Zeichen für die Zukunft unserer Kirche und unserer Gemeinden, wenn die Einbeziehung von Frauen in kirchliche und diakonische Strukturen endlich vollzogen würde“, so KDFB-Präsidentin Fischbach.
Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 220.000 Mitgliedern. Seit seiner Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Gesellschaft, Politik und Kirche ein.
Ute Hücker
KDFB-Pressereferentin
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