KDFB
09.10.2012

Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils für den KDFB

Foto: Angelika Bardehle

Öffnung für die Herausforderungen der Moderne – 50 Jahre Vatikanum II

Köln, 9.10.2012 – Zum 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils am 11. Oktober erinnert der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) an die Umbrüche in der katholi-schen Kirche, die durch zentrale pastorale und theologische Impulse des Konzils entstanden und bis heute  Antrieb für kirchliches Engagement sind. 

„Es ist wichtig, heutige Aufbruchsignale in der Kirche und in katholischen Verbänden im Zusammenhang mit Ergebnissen und Ereignissen des Konzils zu sehen und ihr Engagement daraus zu deuten. Für den Frauen-bund heißt dies, Kernaussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils stärker aus der Frauenperspektive zu betrachten und daraus konkrete Formen der Mitgestaltung von Kirche zu entwickeln und zu fordern“, stellt KDFB-Präsi-dentin Dr. Maria Flachsbarth fest. Dies geschieht z.B. im Positionspapier „Partnerschaftlich Kirche sein! Für ein partnerschaftliches Zusammen-wirken von Mann und Frau in der Kirche“ des Frauenbundes oder durch die Beteiligung am Gesprächsprozess der Deutschen Bischofskonferenz.

In den vergangenen 50 Jahren haben sich Gesicht und Ansehen der Kirche verändert. Neue Formen der Partizipation, Kommunikation und Evangelisierung, die stärkere Verantwortung von Laien in Gemeinden und Verbänden, neue Dienste und Ämter in der Kirche, die von Männern und Frauen ausgeübt werden sind nur einige Beispiele für Veränderungen, die nicht abgeschlossen, sondern weiterhin Auftrag zur Verwirklichung sind. „Das Zweite Vatikanische Konzil bleibt nur lebendig, wenn wir uns an seine Grundlagen erinnern und den Geist der Erneuerung in unserer Kirche wachhalten. Dazu gehört wesentlich das partnerschaftliche Mitein-ander in einer Kirche, die sich als wanderndes Volk Gottes versteht und die die Zeichen der Zeit als Signal zum Aufbruch erkennt“, erklärt KDFB-Präsidentin Flachsbarth die Position des Frauenbundes. Der KDFB tritt dafür ein, dass Frauen und Männer bei der Weiterentwicklung von Aufga-ben und Ämtern gleichberechtigt und gleichrangig mit ihren Kompetenzen, Charismen und Lebenswirklichkeiten beteiligt werden.

Der KDFB begleitete die Vorbereitung und Durchführung des zweiten Vatikanischen Konzils intensiv, da die damalige Präsidentin des Verban-des, Frau Dr. Gertrud Ehrle, von Papst Paul VI. für die vierte Konzils-periode (1965) als Laienauditorin berufen wurde. Auch der Kölner Weih-bischof Dr. Augustinus Frotz, der dem Frauenbund 43 Jahre als Geistlicher Beirat verbunden war, sprach auf dem Konzil in zwei vielbeachteten Rede-beiträgen über die Rolle von Frauen. Anschließend machte er immer wieder in Vorträgen und Artikeln in der KDFB-Verbandszeitschrift die Ereignisse des Konzils lebendig und stärkte so das Engagement der Frauen.

Zum Zweiten Vatikanischen Konzil hat die Theologische Kommission des KDFB das Buch „Die Tür ist geöffnet“ mit Leseanleitungen aus Frauen-sicht, Berichten von Zeitzeuginnen und Methoden zur inhaltlichen Auseinandersetzung erstellt. Es wird Ende November 2012 erscheinen.

Ute Hücker

Pressereferentin

 

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 220.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

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