Frauenfriedenswallfahrt
Die Frauenfriedenswallfahrt des KDFB führt seit 1929 in regelmäßigen Abständen zur Frauenfriedenskirche nach Frankfurt-Bockenheim. Sie geht auf die Initiative der KDFB-Präsidentin Hedwig Dransfeld zurück, die sich mitten im Ersten Weltkrieg für eine Friedenskirche als Zeichen der Versöhnung und des Friedens einsetzte. Bis heute kommen Frauenbundfrauen aus ganz Deutschland nach Frankfurt, um gemeinsam für Frieden, Gerechtigkeit und ein solidarisches Miteinander zu beten und einzustehen.
Die nächste Frauenfriedenswallfahrt findet am 10. Juli 2027 von 11.00 – 16.15 Uhr in Frankfurt statt. Weitere Informationen folgen in Kürze.
Rückblick Frauenfriedenswallfahrt 2023
Am 1. Juli fand unsere Frauenfriedenswallfahrt 2023 statt. Rund 500 Frauenbundfrauen aus ganz Deutschland kamen dafür in der Frauenfriedenskirche in Frankfurt-Bockenheim zusammen. Unter dem Leitwort „Macht.Frauen.Stark. – für den Frieden“ stand die Bedeutung von Frauen in Friedensprozessen im Mittelpunkt.
Elke Büdenbender, Richterin in Berlin und Ehefrau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, sprach im Gespräch mit KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth über die Notwendigkeit, Frauen konsequent an politischen Entscheidungsprozessen und insbesondere an Friedensverhandlungen zu beteiligen. Sie betonte zudem die Bedeutung weiterer Schritte hin zur Gleichberechtigung in der katholischen Kirche und unterstützte die Forderung des KDFB nach dem Zugang von Frauen zu allen Ämtern und Diensten. Das Engagement des KDFB für Geschlechtergerechtigkeit würdigte sie ausdrücklich und sagte: „Hier habe ich ganz starke Frauen erlebt, die ein Gewinn für unsere Kirche sind.“
In Gemeinschaft wurde gebetet, gefeiert und der Glaube mit politischem Engagement verbunden. Der Tag war geprägt von Begegnung, Gottesdienst, gemeinsamem Singen, einem Stationenweg und einer Teilete in der voll besetzten Frauenfriedenskirche. Dabei wurde auch an das 120-jährige Bestehen des KDFB erinnert und dieses gefeiert.
Die Verbandsgeschichte zeigt, dass durch mutiges Handeln und Beharrlichkeit Erfolge in der Gleichstellungsarbeit erzielt werden können. Zur Feier in der Frauenfriedenskirche wurde dieses Video ausgestrahlt – darin melden sich drei besondere KDFB-Frauen zu Wort:
- Hedwig Dransfeld
- Ellen Ammann
- Helene Weber
Impressionen
Die Frauenfriedenskirche
Die Frauenfriedenswallfahrt hat im Frauenbund eine lange Tradition. Sie führt seit 1929 zur Frauenfriedenskirche nach Frankfurt-Bockenheim. Die Gründung der Frauenfriedenskirche geht auf Hedwig Dransfeld zurück. Sie war von 1912 bis 1925 die zweite Präsidentin in der Geschichte des KDFB.
Frieden in Deutschland, Frieden in Europa und in der ganzen Welt – dieser wünschenswerte und dauerhafte Zustand war für Hedwig Dransfeld ein echtes Herzensanliegen. Mitten im Ersten Weltkrieg entstand ihre Vision von einer Wallfahrtskirche, einem Gedächtnismal für die Gefallenen des Krieges. Sie war eine unermüdliche Kämpferin für den Frieden und rief im In- und Ausland katholische Frauen auf, sich mit Spenden am Bau der Frauenfriedenskirche zu beteiligen. Kurz vor ihrem Tod am 13. März 1925 schrieb sie: “Wir wollen für den Frieden inständig bitten, ohne Unterlass. Im Geiste sehe ich die Kirche vollendet, eine Wallfahrtskirche, zu der tausende und Tausende strömen, um anzubeten, zu danken, zu opfern.” Vier Jahre später, am 5. Mai 1929, fand die Einweihung der ersehnten Frauenfriedenskirche in Frankfurt-Bockenheim statt. Sie entstand, weil Hunderttausende Frauen Geld sammelten und den Kirchbau finanzierten.
Bis heute ist die Frauenfriedenskirche Symbol des Friedenswillens katholischer Frauen. Sie ist keine Kriegergedächtniskirche, sondern eine Friedenskirche, ein sichtbares Mahnmal für die Friedensbemühungen katholischer Frauen. Gleichzeitig ist sie auch sichtbares Dokument der Frauenemanzipation innerhalb der katholischen Kirche.


