Frieden bewahren
Feministische Perspektiven auf eine geänderte Sicherheitslage
Frieden ist nicht selbstverständlich. Die internationalen Krisen und Konflikte der vergangenen Jahre, der Krieg in Europa, gesellschaftliche Polarisierung und neue Debatten über Sicherheit und Verteidigung stellen viele vermeintliche Gewissheiten infrage. Die Frage, wie Frieden dauerhaft gesichert werden kann, beschäftigt Politik und Gesellschaft zunehmend.
Doch was bedeutet Sicherheit eigentlich? Was trägt zu einem friedlichen Zusammenleben bei? Und welche Rolle spielen dabei Geschlechtergerechtigkeit, Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt?
Politische Entscheidungen wirken sich unterschiedlich auf Menschen aus – abhängig von Geschlecht, Lebenssituation, Alter und sozialer Herkunft. Gerade jetzt braucht es die Perspektiven von Frauen und eine feministische Sicht auf Frieden und Sicherheit. Der KDFB begleitet die Diskussionen aus einer frauen- und gleichstellungspolitischen Perspektive mit seinem Projekt „Frieden bewahren. Feministische Perspektiven auf eine geänderte Sicherheitslage“. Zu dem Projekt gehören die Studientagung am 23. Oktober 2026 im Vorfeld der Bundesdelegiertenversammlung, die Frauenfriedenswallfahrt am 10. Juli 2027 in Frankfurt am Main sowie eine Online-Veranstaltungsreihe. Weitere Infos dazu bald hier.
„Frieden zu bewahren ist eine gemeinsame Aufgabe. Dafür brauchen wir den Mut, zuzuhören, miteinander zu diskutieren und unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen.“
Dr. Monika Arzberger, KDFB-Vizepräsidentin
Drei Themenfelder im Fokus
Sicherheit neu denken
Was bedeutet Sicherheit aus feministischer und gleichstellungspolitischer Perspektive? Sicherheit wird häufig vor allem militärisch verstanden. Ein erweiterter Sicherheitsbegriff wie der der menschlichen Sicherheit stellt die Sicherheit des Individuums und der Gesellschaft in den Fokus.
Welche Formen von Sicherheit sind aus frauenpolitischer Sicht notwendig und wie kann eine Sicherheitspolitik aussehen, die die Bedürfnisse aller Menschen berücksichtigt?
Resilienz stärken – Zusammenhalt bewahren
Resilienz beschreibt die Fähigkeit einer Gesellschaft, auf Krisen und Veränderungen zu reagieren, Herausforderungen zu bewältigen und dabei handlungsfähig zu bleiben. Dabei spielen Vertrauen, Solidarität, demokratische Strukturen und gesellschaftlicher Zusammenhalt eine zentrale Rolle. Gleichzeitig wird der Begriff Resilienz zunehmend im Zusammenhang mit militärischer Aufrüstung verwendet.
Wie kann unsere Gesellschaft Krisen bewältigen, ohne Angst und Bedrohung zum bestimmenden Narrativ werden zu lassen?
Wehrpflicht und gesellschaftliche Verantwortung
Die Debatte um die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist verbunden mit Fragen nach Gleichberechtigung, Gewissensfreiheit, Verantwortung für die Gesellschaft und dem Verhältnis von militärischem und zivilem Engagement.
Ist eine geschlechtsunabhängige/geschlechtsübergreifende Wehrpflicht ein Schritt zu mehr Gleichstellung oder widerspricht er feministischen Grundüberzeugungen und wird er den gesellschaftlichen Realitäten, etwa mit Blick auf die Verteilung von Sorgearbeit gerecht? Welche Formen gesellschaftlichen Dienstes sind denkbar?
