Tag der Diakonin +plus
Seit 1998 veranstaltet der KDFB am 29. April, dem Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena, den „Tag der Diakonin“, seit 2024 den „Tag der Diakonin +plus“. Damit setzt sich der Verband für die Öffnung aller Dienste und Ämter der katholischen Kirche für alle Menschen, unabhängig vom Geschlecht, ein. Gemeinsam mit Partnerverbänden lädt der KDFB jährlich zu einer zentralen Veranstaltung am 29. April ein.
Tag der Diakonin +plus 2026: Gott diskriminiert nicht
2026 fand die bundesweite Veranstaltung zum Tag der Diakonin +plus in München statt. Der KDFB lud erneut gemeinsam mit der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und dem Netzwerk Diakonat der Frau ein.
Den Auftakt bildete ein Wortgottesdienst, der Frauen in den Mittelpunkt stellte, die ihren Weg in der Kirche oft gegen Widerstände gehen und dennoch nicht verstummen, sondern auf ihre Berufung aufmerksam machen. Im Anschluss folgte der Austausch mit Vertreter*innen einzelner Initiativen: Lisa Baumeister (Mein Gott* diskriminiert nicht) berichtete von ihrer Bewerbung am Freiburger Priesterseminar und betonte die Bedeutung von Räumen des Zuhörens, in denen die Erfahrungen von Frauen in der Kirche wahrgenommen werden. Veronica Seidel, selbst junge berufene Frau, schilderte ihre positiven Erfahrungen in München, wo die pastorale Berufsausbildung gemeinsam mit allen pastoralen Diensten stattfindet. Ulrike Leininger (Münch-ner Kreis und Initiative „Magdalena Go“) erinnerte an das langjährige Engagement vieler Frauen und die Hoffnungen der Würzburger Synode und beschrieb ihr Selbstverständnis im pastoralen Dienst: Sie sehe sich selbst als Diakonin – auch ohne kirchenrechtliche Anerkennung. Jutta Mader-Schömer (Netzwerk Diakonat der Frau) betonte den Sendungsauftrag aus dem Markusevangelium als Maßstab der Glaubwürdigkeit der Kirche heute. Dazu gehöre es, insbesondere Frauen, die bereits vielfältig diakonisch handeln, durch die Weihe zu stärken. Thomas Jablowsky (Bundesarbeitsgemeinschaft Ständiger Diakonat) verwies auf die Spannbreite der Haltungen innerhalb der Berufsgruppe sowie auf die Weltkirche, in welcher das Amt des Diakons ebenfalls noch nicht ausreichend bekannt sei und gelebt werde.
Für die rund 100 Besucher*innen klang der Tag der Diakonin +plus bei gemütlichem Beisammensein und einem offenen und anregenden Austausch aus. Bei Fingerfood und Getränken wurde in kleinen Gruppen weiterdiskutiert.
Dr. Ute Zeilmann, KDFB-Vizepräsidentin
„Die Kirche ist in der Realität längst weiblich geprägt – in Seelsorge, Ehrenamt und Gemeindeleben. Diese Realität muss sich endlich auch in Strukturen, Entscheidungswegen und Ämtern widerspiegeln. Frauen dürfen nicht funktional vereinnahmt oder auf zugeschriebene Rollen reduziert werden, sondern müssen als vollwertige Trägerinnen kirchlichen Lebens ernst genommen und gewürdigt werden.“
Impressionen von der zentralen Veranstaltung zum Tag der Diakonin +plus 2026 in München
Netzwerk Diakonat der Frau
Das „Netzwerk Diakonat der Frau“ ermöglicht in Diakonatskreisen die Vorbereitung von Frauen auf Leitungsdienste in einer diakonischen Kirche. Es geht darum, die eigene Berufung zu klären, zu leben und zu entfalten. Dazu gehört es auch zu lernen, mit der Spannung umzugehen, dass nicht absehbar ist, wann die Kirche die Weihe von Frauen zu Diakoninnen ermöglichen wird. Die Teilnehmerinnen sollen ermutigt werden, Enttäuschungen auszuhalten und Widerstände in kreative Kraft umzusetzen. Der dritte Diakonatskreis startete im September 2020.
