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Anne Rauen thematisiert Hinterbliebenenversorgung in der ARD-Arena

09.12.2025

Am 8. Dezember 2025 brachte Anne Rauen, Mitarbeiterin der Bundesgeschäftsstelle und junge Verwitwete, das Thema Hinterbliebenenversorgung vor ein breites Publikum. In der ARD-Arena mit Bundeskanzler Friedrich Merz machte sie die Situation der 1,2 Millionen Hinterbliebenen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland sichtbar – 85 % davon Frauen. Sie schilderte eindrücklich, wie die Einkommensanrechnung Hinterbliebene ausbremst, die trotz privater Belastung mehr arbeiten wollen und könnten.

Das aktuelle System benachteiligt besonders junge Verwitwete: Zwar dürfen sie arbeiten, doch Einkommen über der Hinzuverdienstgrenze wird auf die Hinterbliebenenrente angerechnet, auch Aufwandsentschädigungen für Ehrenämter. Das führt dazu, dass sich zusätzliche Arbeit oft wirtschaftlich nicht lohnt. Die Folgen sind finanzielle Unsicherheit, eingeschränkte Erwerbstätigkeit und dadurch ein erhöhtes Risiko von Altersarmut.

Bundeskanzler Merz kündigte an, das Thema mitzunehmen: Bis Ende Juni 2026 soll eine Rentenkommission konkrete Reformvorschläge vorlegen, im zweiten Halbjahr 2026 soll die Umsetzung erfolgen. Damit folgt die Regierung dem Ziel im Koalitionsvertrag, die Hinzuverdienstmöglichkeiten für Hinterbliebene zu verbessern.

Die KDFB-Bundesdelegiertenversammlung hat bereits im Oktober 2024 festgestellt: Faire Rahmenbedingungen sind dringend nötig, damit Hinterbliebene ihre finanzielle Eigenständigkeit sichern, ihre Familien versorgen und Rücklagen aufbauen können. Der KDFB fordert:

  • Abschaffung der Einkommensanrechnung bei Hinterbliebenenrenten
  • Ein bundesweites Netzwerk qualifizierter Beratungsstellen, um Hinterbliebenen den Zugang zu Informationen und Unterstützungsangeboten zu erleichtern
  • Erhebung umfassender Daten zur Situation Hinterbliebener, um gezielte politische Maßnahmen entwickeln zu können

Eine solche Reform würde nicht nur den Betroffenen zugutekommen, sondern auch gesellschaftlich und volkswirtschaftlich positive Effekte erzielen. Sie würde zu einer Linderung des Fachkräftemangels beitragen, durch eine erhöhte Erwerbstätigkeit höhere Einkommen für die Rentenkassen generieren sowie die Steuereinnahmen steigern, Altersrenten erhöhen und so das Risiko von Altersarmut senken.

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