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So war er – der Katholikentag 2022 in Stuttgart

31.05.2022

Ein Resümee von KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth

Vom 25. – 29. Mai 2022 fand der 102. Katholikentag statt. Der KDFB beteiligte sich mit Veranstaltungen und einem großen Stand auf der Kirchenmeile. Das Motto „leben teilen“ erweiterte der Frauenbund um „offen sprechen“ und richtete seine Aktivitäten danach aus.

KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth zog am Ende ein positives Resümee – auch weil Probleme und Schuld offen angesprochen und nicht unter den Teppich gekehrt wurden: „Dieser Katholikentag war anders als die vorherigen: weniger Besucher*innen, dafür aber sehr interessierte Menschen, die deutlich die aktuelle Situation der Kirche in Deutschland zur Sprache brachten und dabei meistens nicht froh gestimmt waren. In vielen Gesprächen zeigte sich, wie notwendig Erneuerung und Reformen sind. Wie wichtig es ist, Konsequenzen aus den Missbrauchserfahrungen zu ziehen und sich ohne Wenn und Aber zu Vertuschungen zu bekennen. Und vor allem war spürbar, was alle wollen: eine glaubwürdige und zukunftsfähige Kirche, in der Dienste und Ämter selbstverständlich auch von Frauen wahrgenommen werden, die dazu berufen sind. Es muss wieder Freude machen, den Glauben zu leben und weiterzugeben und sich für die Zugehörigkeit zur katholischen Kirche nicht rechtfertigen zu müssen.“

Der KDFB ist stolz darauf, dass das Große Podium „#AdultsToo. Missbrauch an Erwachsenen im Raum der Kirche“ über 300 Menschen interessierte. Diese zentrale Veranstaltung basierte auf dem Buch „Erzählen als Widerstand“, das KDFB-Frauen im November 2020 herausgegeben haben. Die Thematik – sexueller und/oder spiritueller Missbrauch an Frauen durch Priester und Ordensleute – ist weiterhin aktuell. Das zeigten die Beiträge der Podiumsteilnehmenden Prof. Dr. Ute Leimgruber, Dr. Doris Reisinger, Generalvikar Klaus Pfeffer und Dr. Peter Hundertmark unter der Moderation von Dr. Christiane Florin eindrücklich. „Das Podium, die eingespielten Videos und auch die Fragen aus dem Publikum machen auf erschreckende Weise öffentlich, wie sehr Betroffene unter den Folgen des Missbrauchs leiden und wie schwerwiegend diese Erfahrungen für ihr Leben sind, wie ihnen physisch, psychisch und ökonomisch der Boden unter den Füßen einbricht. Die Schuld der Kirche darf nicht länger vertuscht werden, Verantwortliche in der katholischen Kirche müssen sich der schonungslosen Aufarbeitung stellen. Die Betroffenen erwarten zu Recht finanzielle und psychosoziale Hilfe zur Bewältigung der Schäden. Nur ein klares Bekenntnis inklusive der genannten Konsequenzen wird dazu beitragen, dass die Zahl derjenigen, die die katholische Kirche verlassen, nicht noch größer wird“, so Flachsbarth.

Ein wunderbares Erlebnis hingegen – für zahlreiche (Frauenbund-) Frauen war der Feier-Abend „Brot und Rosen“ in und vor der Kirche St. Georg, den der KDFB-Bundesverband gemeinsam mit dem KDFB-Diözesanverband Rottenburg-Stuttgart vorbereitete und gestaltete. Mit Elisabeth von Thüringen und Rosa Luxemburg begaben sich Frauen auf eine Spurensuche nach dem, was Leib und Seele nährt und Leben schenkt. Die Musikgruppe RUHAMA begleitete den spirituellen Abend.

Neben Podien und Werkstätten war auch der KDFB-Stand ein farbenprächtiger Anziehungspunkt. Es fanden zahlreiche Gespräche mit Frauen und Männern statt, die den KDFB nicht kannten und die wissen wollten, welche Ziele und Inhalte ein großer katholischer Frauenverband verfolgt. Auch Bischöfe und Politiker*innen kamen zu Besuch, informierten sich bei Mitgliedern des KDFB-Bundesvorstandes über Schwerpunkte und Perspektiven des Verbandes.

Für den KDFB war der Katholikentag 2022 rundum gelungen: verbindend und überraschend, fröhlich und bestärkend, motivierend und aufrüttelnd. Wir haben uns gefreut, dass Frauenbundfrauen aus allen Regionen Deutschlands da waren und die Gelegenheit nutzten, mit Mitarbeiterinnen der Bundesgeschäftsstelle ins Gespräch zu kommen.

Mal sehen, wie Erfurt wird. Der Termin des 103. Katholikentags steht fest: 29. Mai bis 2. Juni 2024. Wir sehen uns!

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