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Broschüre - Leben in Beziehungen

Auszug (Vorwort)

Es ist fünf Jahre her, dass wir bei der Bundesdelegiertenversammlung im Oktober 2014 das Positionspapier „Leben in Beziehungen. Verbundenheit und Gebundensein in Ehe, Partnerschaft und Familie“ verabschiedet haben. Wir wollten damit einen Anstoß geben, neu über den Wert von Ehe und Familie nachzudenken und Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Menschen ermöglichen, gelingende Beziehungen zu leben.

Wir verstehen Familie als Lebensraum, „in dem Menschen gleichen oder unterschiedlichen Alters, Geschlechts sowie sozialen, kulturellen und religiösen Kontextes Verantwortung füreinander übernehmen, in auf Dauer angelegten, stabilen Beziehungen leben und mit- und voneinander lernen.“ Der Familienbegriff wird damit sehr weit gefasst und bezieht Partnerschaften ohne Trauschein ebenso ein wie Alleinerziehende, Paare ohne Kinder oder gleichgeschlechtliche Paare.

Partnerschaft und Familie haben für viele Menschen einen hohen Stellenwert. Hier erleben sie Geborgenheit, Zärtlichkeit, Heimat. Wir setzen uns für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft ein, in der Frauen, Männer und Kinder ihre Vorstellungen von Familie leben können. Dabei hat die sakramentale Ehe für uns einen einzigartigen Wert. Wir Frauenbundfrauen wollen Frauen und Männer darin bestärken, den Bund der Ehe vor Gott zu schließen. Auch wenn die Realität zeigt, dass Beziehungen zerbrechen können.

Die zentralen Aussagen unseres Positionspapiers sind nach wie vor aktuell. Deshalb haben wir uns entschlossen, eine Neuauflage herauszubringen. Wir wollen damit auch in der aktuellen Reformdebatte der katholischen Kirche und im Synodalen Weg Akzente setzen. Es ist uns ein Anliegen, Familie in ihrer Vielfalt wertzuschätzen, zu stärken und keine Form auszugrenzen. Wir setzen uns dafür ein, eine Sexualmoral zu entwickeln, die die Lebenswirklichkeit der Menschen achtet. Wiederverheirateten Geschiedenen sollen Wege geöffnet werden, die ihnen den Empfang von Sakramenten, die Mitarbeit in kirchlichen Gremien und die Weiterbeschäftigung in kirchlichen Einrichtungen ermöglichen. Wir sprechen uns auch dafür aus, gleichgeschlechtlichen Paaren in der Kirche den Segen Gottes für ihre Partnerschaft zu spenden.

Dr. Maria Flachsbarth, MdB
Präsidentin Katholischer Deutscher Frauenbund im November 2019

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