KDFB

Landfrauenvereinigung e.V.

Aufgaben, Ziele und Vorsitz

Die Landfrauenvereinigung des KDFB (LV) ist der Zusam­menschluss der KDFB-Mitglieder im ländlichen Raum. Ihr Ziel ist die Förderung und Weiterbildung der Frauen in ihren Lebensbereichen, sowie die Vertretung der Interessen der Landfrauen gegenüber staatlichen Stellen in der Öffent­lichkeit und in der Kirche.

Die LV vertritt die Frauen in verschiedenen politischen Gremien und versucht dort sowie in der Öffentlichkeit ihre Anliegen deutlich zu machen.

Durch die Bildungsarbeit der LV sollen Frauen gestärkt werden und ihnen sollen in Theorie und Praxis Wissen und Fähigkeiten vermittelt werden, die dem besseren Miteinander in Dorf, Kirche und Gesellschaft dienen. Da auf dem Land nicht nur Bäuerinnen leben, sind die Bildungsangebote für alle Frauen im ländlichen Raum gedacht. So ist die Weiterbildung der Frauen ein Ziel und ein wichtiger Schwerpunkt der LV-Arbeit, damit engagierte Frauen eine Lobby im ländlichen Raum haben und ihren Lebensraum selbst mitgestalten können.

Inhalte der Bildungsarbeit sind u.a. die ländliche Entwicklung, Umwelt- und Naturschutz, Schöpfungspastoral, Landwirtschaft - Erzeuger - Verbraucher, Dorfentwicklung / Dorferneuerung, christliche Bräuche im Kirchenjahr, Kulturarbeit auf dem Land, nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien.

Die Bildungsarbeit der LV ist auch in Zukunft wichtig, da die Strukturver­änderungen vor dem ländlichen Raum nicht Halt machen. Die LV setzt sich dafür ein, dass er langfristig eine gesicherte Lebens- und Existenzgrundlage bieten kann.

Zur Arbeit der Landfrauenvereinigung in Bayern siehe auch:

Bayrische Landfrauenvereinigung im KDFB

Bundesarbeitstagung vom 10.-13. September im Kloster Reute: "Frauen als Dreh- und Angelpunkt auf dem Land"

Unterwegs mit der Landfrauenvereinigung
Christa Reiterer (Bundesvorstand Landfrauenvereinigung) und Sabine Slawik (KDFB-Vizepräsidentin)
Bärbel Kräutle (Bundesvorsitzende Landfrauenvereinigung) und Elisabeth Jeggle
 

Welche Rolle spielen Frauen für die Weiterentwicklung des ländlichen Raums? Welche Möglichkeiten haben sie, in ihrem Umfeld etwas zu verändern und zu bewegen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Bundesarbeitstagung der Landfrauenvereinigung im KDFB, die vom10. bis 13. September im Kloster Reute in Bad Waldsee stattfand. Als Referentinnen waren Frauen eingeladen, die sich in ihrem Umfeld in besonderer Weise engagieren und dadurch etwas bewegen.  

Kloster Reute selbst ist bereits ein gutes Beispiel. „Die Franziskanerinnen sind in der Pflege bei kranken, behinderten und alten Menschen, in der Hospizbewegung, bei Flüchtlingen, in Bildung und Pastoral, in Hauswirtschaft, Verwaltung und handwerklichen Berufen aktiv und prägen so ihr Umfeld“, berichtete Gabriele Merk, Mitglied des KDFB-.Diözesanvorstands Rottenburg-Stuttgart und Leiterin des Bildungshauses im Kloster.

Von der Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit im ländlichen Raum berichtete die junge Landwirtin Miriam Hecht. Sie hat in Hohenheim Agrarwissenschaften studiert und leitet mit ihrem Partner zusammen einen landwirtschaftlichen Betrieb. Als AgrarScout spricht sie VerbraucherInnen an und vermittelt Informationen über die Landwirtschaft. „Die Bauern in der Elterngeneration haben viel geschafft, haben aber wenig nach außen gearbeitet“, so die Studentin. „Das ist ein Versäumnis, die Menschen haben dadurch den Kontakt zur Landwirtschaft verloren. Wir dürfen die Informationsweiterleitung nicht nur den Medien überlassen, müssen selber den Bezug wiederherstellen.“

Diplompädagogin Monica Settele ist im Hochschwarzwald aufgewachsen und lebt nun zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern im Allgäu. Sie hat sich viele Jahre in der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) engagiert und war im „K-Punkt Ländliche Entwicklung“ tätig. Diese Einrichtung des Bistums Rottenburg-Stuttgart im Kloster Heiligkreuztal soll im Sinne eines Knotenpunktes Menschen im ländlichen Raum vernetzen. Zur Zeit ist Monica Settele in Elternzeit, engagiert sich ehrenamtlich in der Gemeinde und beschäftigt sich mit den Fragen: Wie wollen wir auf dem Land leben, was ist uns wichtig? Sie ist überzeugt: „Verbände können was bewegen und Prozesse in die Wege leiten.“

Anja Rose schreibt für die landwirtschaftlichen Zeitschriften „Topagrar“ und „SüdPlus“. Neben diesem Vollzeitjob arbeitet sie auf dem Hof ihres Mannes mit, betreibt den Hofladen, macht Öffentlichkeitsarbeit und Büroarbeiten. Für sie ist wichtig, die richtige Balance zwischen Arbeit und Leben zu finden und sich auch regelmäßig Auszeiten zu nehmen. Für Bäuerinnen früherer Generationen kaum denkbar.

Viel zu erzählen hatte auch die CDU-Politikerin Elisabeth Jeggle, Bäuerin und ausgebildete Hauswirtschaftsmeisterin, die von 1999 bis 2014 Abgeordnete im Europäischen Parlament war. Mit dem ländlichen Raum verbindet sie Heimat, Gemeinschaft und Solidarität, die es zu erhalten gilt. Deshalb setzt sie sich für die Förderung von landwirtschaftlichen Kleinbetrieben ein und wirbt für den ländlichen Raum: „Auch wenn es den Bauern heute nicht leicht gemacht wird: Seien Sie stolz auf Ihr Dorf, auf Ihr Leben und die Art, wie Sie leben. Kopf hoch, zeigen Sie nach außen, was Sie tun.“

Im Rahmen der Bundesarbeitstagung fand auch wieder ein Exkursionstag statt, bei dem die Teilnehmerinnen landwirtschaftliche Betriebe besuchten, die von Frauen geführt werden.  Bärbel Kräutle, Vorsitzende der Landfrauenvereinigung, zieht ein positives Fazit: „Im Rahmen der Tagung sind wir Frauen begegnet, die in ihren Arbeitsbereichen im ländlichen Raum etwas bewegen. Sie haben aus ihrem Alltag berichtet, von den Erwartungen, die an sie gestellt werden und den Rollenbildern, mit denen sie konfrontiert werden. Und trotzdem gehen sie neue Wege, um die Entwicklung im ländlichen Raum voran zu bringen.“

Gabriele Klöckner

Seminar am 15./16. Februar in Leitershofen

„Im ländlichen Raum ist die zunehmende Überalterung unserer Gesellschaft noch deutlich zu spüren als in den Städten“, beobachtet Bärbel Kräutle, Vorsitzende der Landfrauenvereinigung des KDFB. Schon seit längerem wandern junge Menschen in die Städte ab. In den Dörfern wird das Leben zunehmend von älteren Menschen und ihren Bedürfnissen geprägt. „Mehr Ältere – das bedeutet unter anderem auch mehr Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen. Sie müssen ihren Alltag gestalten können und benötigen dafür ein Wohnumfeld, das ihren Bedürfnissen gerecht wird.“ Doch wie soll das gehen, wenn Lebensmittelläden, Apotheken, Arztpraxen schließen? Wenn keine Busse mehr fahren? Wenn es an Pflegeangeboten und barrierefreien Wohnungen fehlt?

Dass es gelingen kann, wenn engagierte Bürgerinnen und Bürger sich dafür einsetzen und von der örtlichen Politik sowie von ExpertInnen unterstützt werden, das zeigte eine Studientagung der Landfrauenvereinigung, die am 15./16. Februar in Leitershofen bei Augsburgt stattfand. Unter dem Thema „Selbstbestimmt alt werden auf dem Land“ informierten sich die Teilnehmerinnen über gelungene Projekte.

So stellte Catherina Jansen die Seniorenstudie GEViA (= Gesundheit, Ernährung und Versorgung im Alter) vor, die WissenschaftlerInnen der Hochschule Fulda für die Region erstellt haben. Dabei geht es um die Verbesserung der Ernährungssituation alter Menschen. Ziel ist es, durch die Vernetzung von regionalen Gastronomie- und Einzelhandelsbetrieben ein Verpflegungs- und Versorgungskonzept für unterstützungsbedürftige SeniorInnen in Privathaushalten zu entwickeln, das ihren Bedürfnissen entspricht.  

Wolfgang Jaumann von der AOK Augsburg informierte über die seit Januar 2017 geltenden Pflegegrade sowie rechtliche Ansprüche von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen auf Leistungen der Pflegeversicherung und der Krankenkassen. Er riet den Frauen, die Pflegeberatung in Anspruch zu nehmen, um die vielfältigen Möglichkeiten der Unterstützung ausschöpfen zu können.

Welche Rolle Internet und soziale Medien auch für ältere Menschen spielt, erläuterte Angela Spittel-Sommer. Die Diplom-Informatikerin ist freie Mitarbeiterin am Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung (ZaWiW ) der Universität Ulm und entwickelt Kurse, um ältere Menschen an digitale Medien heranzuführen. So hat sie in den vergangenen Jahren in Kooperation mit dem KDFB-Diözesanverband Augsburg Ehrenamtliche ausgebildet, die in Einzelschulungen älteren Menschen den Umgang mit Laptop, Tablet oder Smartphone zeigen und sie in die Welt des Internets einführen. In ihrem Vortrag stellte Spittel-Sommer anhand verschiedener Alltagsthemen vor, in welchen Bereichen das Internet hilfreich sein kann, um mit Informationen und Dienstleistungen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.

Unter dem Motto „Wir – DAHEIM auf dem Lechfeld“ machen sich fünf Dörfer im Allgäu gemeinsam auf den Weg, um ihre Region zukunftsfähig aufzustellen. Zukunftsfähig, das bedeutet für die Dörfer durch Vernetzung ihrer Angebote und das Engagement von ehrenamtlich tätigen BürgerInnen „inklusive Gemeinden“ zu schaffen, in der sich junge und ältere Menschen mit und ohne Beeinträchtigung wohl fühlen. Über das Projekt, das im Ort Graben begonnen hat, berichteten der ehemalige Projektleiter Ulrich Schwarzenberger, die Seniorenbeauftragte Karina Pade und als Vertreterin der Ehrenamtlichen Silvia Seifert. 

Zum Abschluss der Studientagung berichtete KDFB-Frau Monika Riedmüller begeistert vom Dorfladen in Niederrieden. Es wurde von BürgerInnen des Allgäu-Dorfes vor 15 Jahren gegründet. Monika Riedmüller gehört zu den Initiatorinnen des Dorfladens und ist heute dessen Geschäftsführerin. Der in einer ehemaligen Schule eingerichtete Laden mit vielen zusätzlichen Serviceangeboten sichert die Nahversorgung, ist Treffpunkt für Jung und Alt und belebt den Dorfkern.

 

Gabriele Klöckner

 

Bundesvorstand der Landfrauenvereinigung des KDFB e.V.

Bundesvorsitzende der Landfrauenvereinigung ist Bärbel Kräutle.

Stellvertretende Vorsitzende:

  • Rita Braunger
  • Christa Reiterer

Schatzmeisterin:

  • Margot Ampferl

Schriftführerin:

  • Elfriede Lochbihler

Beisitzerinnen:

  • Elisabeth Daubenmerkel
  • Gabi Engert
  • Regina Grimm
  • Inge Langer
  • Rosina Pallauf
Das Foto zeigt den aktuellen Vorstand der Landfrauenvereinigung des KDFB.
Foto: KDFB

Chronik 100 Jahre Landfrauenvereinigung