KDFB
17.08.2010

Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern

Quelle: fotolia.de

Eine im Juni 2010 durchgeführte Umfrage im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland eher schlecht ist. Frauen stellen aufgrund dieser Doppelbelastung oft den Wunsch nach beruflichem Aufstieg zurück. Zwei Drittel der Befragten sind der Meinung, dass Frauen und Männer in unserer Gesellschaft nicht die gleichen Chancen haben, Karriere zu machen. Eine gezielte Unterstützung und Förderung von Frauen durch den Partner oder die Unternehmensleitung sei deshalb nötig.

 

Für den Katholischen Deutschen Frauenbund haben Familie und Frauenarbeit einen hohen Stellenwert. Der Verband fordert schon lange den Abbau der bestehenden Entgeltungleichheit sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Arbeitswelt, damit Mütter und Väter Familie und Beruf leben können.

 

KDFB-Präsidentin Ingrid Fischbach hat bereits mehrfach auf die notwendige Vereinbarkeit von Familie und Beruf hingewiesen. Gerade familienbedingte Erwerbsunterbrechungen haben erhebliche Auswirkungen auf Arbeitszeiten, Entgeltstrukturen und Aufstiegschancen von Frauen. Sie müssen, so Fischbach, oftmals herbe Einschnitte beim Gehalt und in der Karriere erleben. Es dürfe nicht sein, dass Kinder und Familie für Frauen ein Karrierehindernis darstellen.

 

Konkret fordert der Frauenbund:

-  Ausweitung der Vätermonate bis hin zu einer partnerschaftlichen  Aufteilung der Elternzeit

- qualitativ hochwertige und flexible Kinderbetreuungsangebote von  Geburt an    

- Sicherstellung von Kinderbetreuung durch Betriebskindergärten, Kooperationen mit Kinderbetreuungseinrichtungen oder betrieblich unterstützter Tagespflege

- Teilzeitarbeitsplätze auch in Leitungsfunktionen

- flexible und familienfreundliche Arbeitszeiten und Arbeitsplätze

- Ermöglichung von alternierenden Arbeitsplätzen

- Erleichterung des beruflichen Wiedereinstiegs nach Erziehungs- und Pflegezeiten

- Vereinbarkeit von Ausbildung, Elternschaft, Erwerbstätigkeit und Fort- und Weiterbildung

- Angebot von Fortbildungen während der Eltern- bzw. Pflegezeit

- Abschaffung der Steuerklasse V

- gesetzliche Frauenquote für Aufsichtsräte von 50 Prozent

- Sicherstellung einer geschlechtssensiblen Berufsberatung

- Anhebung des Ausbildungsniveaus im Sozial-/Pflegebereich sowie eine höhere Entlohnung

 

Mit dem Projekt „Einstieg-Umstieg-Aufstieg“ leistet der Frauenbund einen konkreten Beitrag zum beruflichen Wiedereinstieg. Frauen, die nach familienbedingten Erwerbsunterbrechungen in die Berufstätigkeit zurückkehren wollen, lernen dort u.a., wie sie Verhandlungen über Gehalt und Karriere führen können.

 

Informationen zur Umfrage der Bertelsmann-Stiftung: www.bertelsmann-stiftung.de