KDFB
21.01.2013

Frauen in einer diakonischen Kirche

Foto: Dr. Gabriele Zinkl

Die Präsidien deutschsprachiger katholischer Frauenverbände mit Referentin Prof. Dr. Margit Eckholt (Mitte)

Köln, 21.01.2013 - Vom 17. bis 19. Januar  2013 trafen sich 18 Mitglieder
der Präsidien der deutschsprachigen katholischen Frauenverbände in München und erörterten die Situation von Frauen in der Kirche, insbesondere die Gestalt einer diakonischen Kirche und die tragende Funktion der Frauen darin.

Die Teilnehmerinnen waren sich einig: Diakonisches Handeln als ein Grundvollzug der Kirche muss heute – im Vergleich zur Liturgie, Verkündigung und Weggemein­schaft – wieder stärker ins Bewusstsein gehoben werden. Daran erinnert das II. Vati­kanische Konzil, Papst Benedikt XVI. fordert dies in seiner Enzyklika „Deus Caritas Est“: Nur eine diakonische Kirche ist eine glaubwürdige Kirche. Eine solche diakoni­sche Gestalt von Kirche wird bis heute zu 80% von Frauen getragen. Das muss nicht nur wahrgenommen, sondern auch anerkannt werden mit Konsequenzen für die Ämtertheologie. Ausgehend vom gemeinsamen Priestertum aller Getauften, das im II. Vatikanum grundgelegt ist, betonten die deutschsprachigen katholischen Frauen­verbände: Die Anerkennung der diakonischen Berufung von Frauen rückt die Diako­nie vom Rand in die Mitte der Kirche und macht diese erst glaubwürdig.

In einem Studienteil rief Dr. Margit Eckholt, Professorin für Dogmatik und Funda­mentaltheologie an der Universität Osnabrück, dazu auf, die Diskussion um die The­ologie der Dienste und Ämter auf der Basis der kirchlichen Tradition und des II. Vati­kanums fortzuführen.

Theologische Argumente, die Zeichen unserer Zeit und das Wissen um die vielfälti­gen persönlichen Berufungen, die Frauen in der Nachfolge Jesu Christi erfahren, bestärken die Präsidien der deutschsprachigen Frauenverbände, in ihren Verbänden, ihren Diözesen und bei ihren Bischöfen die geistliche und strukturelle Erneuerung der Kirche zu fördern und zu fordern.

Beim Treffen waren die Präsidien bzw. Vorstände des Katholischen Deutschen Frau­enbundes (KDFB), der Katholischen Frauenbewegung Bozen-Brixen (kfb), der Ka­tholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), der Katholischen Frauenbewe­gung Österreichs (kfbö) sowie des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes SKF und die Vorsitzende der europäischen Allianz katholischer Frauenverbände An­dante anwesend. Sie vertreten mehr als 1 Million Frauen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol.

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 220.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

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