KDFB

Landfrauenvereinigung e.V.

Aufgaben, Ziele und Vorsitz

Die Landfrauenvereinigung des KDFB (LV) ist der Zusam­menschluss der KDFB-Mitglieder im ländlichen Raum. Ihr Ziel ist die Förderung und Weiterbildung der Frauen in ihren Lebensbereichen, sowie die Vertretung der Interessen der Landfrauen gegenüber staatlichen Stellen in der Öffent­lichkeit und in der Kirche.

Die LV vertritt die Frauen in verschiedenen politischen Gremien und versucht dort sowie in der Öffentlichkeit ihre Anliegen deutlich zu machen.

Durch die Bildungsarbeit der LV sollen Frauen gestärkt werden und ihnen sollen in Theorie und Praxis Wissen und Fähigkeiten vermittelt werden, die dem besseren Miteinander in Dorf, Kirche und Gesellschaft dienen. Da auf dem Land nicht nur Bäuerinnen leben, sind die Bildungsangebote für alle Frauen im ländlichen Raum gedacht. So ist die Weiterbildung der Frauen ein Ziel und ein wichtiger Schwerpunkt der LV-Arbeit, damit engagierte Frauen eine Lobby im ländlichen Raum haben und ihren Lebensraum selbst mitgestalten können.

Inhalte der Bildungsarbeit sind u.a. die ländliche Entwicklung, Umwelt- und Naturschutz, Schöpfungspastoral, Landwirtschaft - Erzeuger - Verbraucher, Dorfentwicklung / Dorferneuerung, christliche Bräuche im Kirchenjahr, Kulturarbeit auf dem Land, nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien.

Die Bildungsarbeit der LV ist auch in Zukunft wichtig, da die Strukturver­änderungen vor dem ländlichen Raum nicht Halt machen. Die LV setzt sich dafür ein, dass er langfristig eine gesicherte Lebens- und Existenzgrundlage bieten kann.

Zur Arbeit der Landfrauenvereinigung in Bayern siehe auch:

Bayrische Landfrauenvereinigung im KDFB

Seminar "Flächenverbrauch in Deutschland"

Das Thema Flächenverbrauch hat Auswirkungen auf zahlreiche Lebensbereiche und geht uns alle an: Zum einen benötigen wir Lebensraum und einen Platz, an dem wir wohnen können. Zum anderen bedeutet die Umwandlung von Grünland und unversiegelten Flächen in bebaute Siedlungs- und Verkehrsflächen einen Verlust von Natur, Naherholungsmöglichkeiten und Artenvielfalt. Wie können wir Wege finden, die vielfältigen Interessen der Flächennutzung miteinander in Einklang zu bringen, so dass der Verbrauch von naturnahen Flächen eingeschränkt wird, aber auch ein gutes und nachhaltiges Leben möglich ist?
Diese Fragen stellte die Landfrauenvereinigung an die hochkarätigen Referent*innen, die sie zur Teilnahme an Ihrem diesjährigen Seminar in der KLVHS Feuerstein gewinnen konnte.

Dieter Heberlein vom Bayerischen Bauernverband machte darauf aufmerksam, wie knapp und begehrt landwirtschaftliche Nutzflächen besonders in Bayern mittlerweile geworden sind. Der Bayerische Bauernverband fordert daher, dass land- und forstwirtschaftlicher Grund und Boden gegenüber außerlandwirtschaftlichen Investoren in Deutschland und Bayern deutlich besser geschützt werden muss.

Wolfgang Borst ist Bürgermeister der Stadt Hofheim in Unterfranken und leitet die Gemeindeallianz Hofheimer Land. Er stellte das Konzept vor, mit dem die 53 Gemeinden der Allianz es geschafft haben, eine nachhaltige Planung der Flächenverwendung auf die Beine zu stellen und die Lebensqualität der Menschen in der Region so positiv zu verändern, dass die Attraktivität der Region deutlich gesteigert werden konnte. Ein zentrales Element der Planung ist die Nutzung von Flächen im Inneren der Dörfer. Mit Hilfe von Förderprogrammen und planerischer Hilfe wird die Sanierung von Altbeständen im Dorfkern von den Gemeinden unterstützt. So erreichen die Gemeinden die Wiederherstellung eines belebten Dorfkerns und eines lebendigen Gemeinschaftslebens.

Josef Göppel, ehem. MdB, richtete das Augenmerk der Teilnehmerinnen auf den Erhalt der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Nur 3% der Erdoberfläche sind Ackerflächen, die zum Anbau von Nahrungsmitteln geeignet sind. In Deutschland und in der EU steigt aktuell vor allem durch den erhöhten Bedarf an Gewerbeflächen, besonders für Logistikhallen, der Flächenverbrauch. Wenn die Nachfrage von Investoren an Kommunen herangetragen wird, werden häufig landwirtschaftliche Nutzflächen dafür hergenommen, diesen Bedarf zu bedienen. Hier sollten Gemeinden nachhaltigere Entscheidungen treffen und darauf achten, ihren Flächenverbrauch insgesamt zu reduzieren und bei der Nutzung von Flächen besonderen Wert auf deren nachhaltige Verwendung zu legen.

Christiane Odewald, Geografin und Leiterin des Sachgebiets 24 - Raumordnung, Landes- und Regionalplanung bei der Regierung Oberfranken schilderte Ihr Arbeitsgebiet. Aktuell wurde innerhalb des Sachgebietes die Stelle eines Flächensparmanagers eingerichtet. Hier soll die im Koalitionsvertrag der Bayerischen Landesregierung festgelegte Verringerung des Flächenverbrauchs auf 5 ha/Tag begleitet und unterstützt werden. Wichtige Grundlagen für diese Umsetzung sind die Einrichtung eines Flächenkatasters, die Identifizierung leerstehender Gebäude/ ungenutzter Flächen und die Entwicklung von Programmen zur nachhaltigen Nutzung und Wiederbelebung dieser Brachen.

Viele Teilnehmerinnen des Seminars berichteten in den Diskussionen von der Situation in ihren Heimatregionen. Die einhellige Meinung war, dass die praxisnahen und interessanten Informationen ihnen eine gute Möglichkeit bieten, sich in ihren Zweigvereinen mit dem Thema zu befassen und die Impulse der Fachleute in ihren Gemeinden und Kommunen zur Gestaltung eines lebenswerten ländlichen Raumes einzubringen.

Kerstin Bause, 05.02.2020

Seminar "Plastikmüll und kein Ende?"

Plastikmüll begegnet uns immer wieder – nicht fachgerecht entsorgt, auf Straßen, in der Natur, im Bahnabteil. Eigentlich ein altbekanntes Problem, mit dem sich Politik und VerbraucherInnen schon seit Jahren beschäftigen – aber trotzdem nimmt die Menge des Kunststoffabfalls immer weiter zu. Wie das Umweltbundesamt (UBA) am 18. November mitteilte, haben die Deutschen 2018 eine Rekordmenge an Plastikmüll verursacht, nämlich 226,5 Kilo pro Kopf und pro Jahr. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung von 3 Prozent.

Kirsten Bähr, Umweltreferentin beim VerbraucherService Bayern in Würzburg, gab viele praktikable Tipps, wie die VerbraucherInnen diesen Trend umkehren können: Sie empfiehlt vor allem einen Umstieg von Einwegprodukten auf Mehrweg. Denn sinnvoller als die Verwendung von alternativen Materialien ist die mehrfache Nutzung: So benötigt man für den Transport von 420 Litern Mineralwasser nur 12 Mehrweg-Glasflaschen, die jeweils 45 Mal wieder befüllt werden können. Um 420 Liter in 1,5 Liter Einwegflaschen abzufüllen, sind 280 PET-Flaschen notwendig. Auch Einkaufstaschen aus Kunststoff oder Baumwolle werden immer umweltfreundlicher, je öfter man sie benutzt.

Anja Hentschel, Professorin für Umweltrecht an der Hochschule Darmstadt, stellte ein Projekt vor, das den Eintrag von Plastik in die kommunalen Abwassersysteme untersucht. Viele Plastikabfälle landen über Küchenspülen, Waschbecken und Toiletten im Abwasser und schließlich in den Kläranlagen, wo sie eine Belastung für die Abwasserreinigung darstellen. Besonders problematisch sind flüssige oder gelartigen Kunststoffpolymere, die häufig Bestandteile von Wasch-, Putzmitteln und Kosmetika sind, nach der Verwendung im Abwasser landen und nicht mechanisch aus dem Abwasser herausgefiltert werden können. Im Gegensatz zu festem Mikroplastik sind sie nicht von den gesetzlichen Regelungen betroffen, die den Einsatz von Mikroplastik ab 2022 EU-weit beschränken werden. Anja Hentschel empfiehlt daher den Verbraucherinnen, mit Hilfe von Apps (Codecheck, ToxFox oder Beat The Microbead) zu überprüfen, ob die Produkte, die man selbst verwendet, Mikroplastik in flüssiger oder fester Form enthalten und diese zu vermeiden.

Kerstin Bause, Referentin für Globale Verantwortung beim KDFB, stellte verschiedene Strategien zur Verringerung von Plastikabfällen vor. Auch ihr wichtigster Tipp lautete: Vermeiden! Beim Einkauf von Obst oder Gemüse sind Stoffbeutel zur mehrfachen Verwendung immer besser als die Einweg-Plastikbeutel und der Kaffee auf dem Weg zur Arbeit schmeckt besser aus dem eigenen Thermobecher. In vielen Städten gibt es mittlerweile Pfandsysteme, die die Ausgabe und Rücknahme von Kaffeebechern für die VerbraucherInnen möglichst einfach und angenehm gestalten sollen. Manchmal sind aber auch alternative Materialien interessant, wenn das Vermeiden nicht möglich ist. So bietet ein Unternehmen aus Bayern für den Versand von gekühlten Lebensmitteln oder empfindlichen Produkten Strohplatten an, die vor Stößen und Temperaturschwankungen schützen und Styropor als Verpackungsmaterial ersetzen können. Und haben Sie schonmal darüber nachgedacht, privat oder in Ihrer KDFB-Geschäftsstelle plastikfreie Versandmaterialien, z.B. Klebeband oder gepolsterte Briefumschläge zu nutzen? Auf www.biobiene.de finden sie entsprechende Alternativen.

Simon Schumacher sprach als Vertreter des Verbandes der Süddeutschen Spargel- und Erdbeerbauern über den Einsatz von Kunststofffolien im Obst- und Gemüseanbau. Dabei wies er sowohl auf die Nachteile (Plastik im Boden, Eingriff in die Bodenfauna, Beeinträchtigung von Kleinstlebewesen, Verschandelung der Landschaft) als auch auf die Vorteile hin (Verringerung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln, Schutz vor Wetterereignissen, sparsame Bewässerung durch Verdunstungsschutz, längere Ernteperioden für lokale Bauern). Ein Tipp: Entscheiden Sie sich beim Einkauf für heimischen Spargel und Erdbeeren in der Saison, das ist die klimafreundlichste Variante.

Eine tolle Möglichkeit, Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfes mit wenig Verpackungsmüll einzukaufen, bieten Unverpackt-Läden, die immer zahlreicher, auch im ländlichen Raum, öffnen. Leider konnte die geplante Referentin, die vor einigen Wochen ihren Unverpackt -Laden „Chez Martine“ in Birkenau eröffnet hat, nicht am Seminar teilnehmen, aber die Teilnehmerin nutzen die Gelegenheit, um ihre Erfahrungen in Unverpackt-Läden miteinander zu teilen. Ein interessantes Konzept, dass zum Ausprobieren einlädt! Martine Rüdinger ist in Afrika aufgewachsen und hat nach wie vor Kontakte. So bietet sie zum Beispiel in ihrem Laden auch Kunsthandwerk aus Ruanda an. Eine gute Gelegenheit auch einen Blick darauf zu werfen, wie einige Länder in Afrika mit Plastik umgehen: Es ist auf den ersten Blick erstaunlich zu sehen, dass z.B. Ruanda schon seit 10 Jahren Plastiktüten und Plastikverpackungen verbietet. Die Strafen bei Vergehen sind enorm (Geldstrafen bis zu 30.000 Euro oder sogar Gefängnis) und Ruanda hat sich zum saubersten Land in Afrika entwickelt. Ein spannender Impuls zum Abschluss des Seminars.

Kerstin Bause
Referentin für Globale Verantwortung
Katholischer Deutscher Frauenbund e.V. (KDFB)

Bundesarbeitstagung vom 29.08. - 01.09.2019 zum Thema „Wald im Wandel der Zeit – Erhalt und Nutzung“

Mischwald
Exkursion
Buche
Baumwipfelpfad

Die Bundesarbeitstagung der Landfrauenvereinigung des KDFB beschäftigte sich vom 29. August bis zum 1. September 2019 mit dem höchst aktuellen Thema „Wald im Wandel der Zeit – Erhalt und Nutzung“. Und selten ist der Wandel so deutlich sichtbar gewesen wie heute: Selbst Laien erkennen beim Blick auf den Wald, wie stark die Bäume unter den aktuellen Umweltbedingungen leiden: Sie verlieren ihre Blätter lange vor der üblichen Zeit, werden braun und sterben ab. Und dabei ist der Wald in vielen Bereichen – sowohl ökologisch als auch ökonomisch – existenziell notwendig für uns.  

Wald- und Holzwirtschaft sichern nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 1,1 Millionen Arbeitsplätze, die in der Branche tätigen Unternehmen generieren Umsätze von ca. 200 Milliarden Euro. Für die WaldbesitzerInnen hat der Wald eine große wirtschaftliche Bedeutung. Vor allem als Bestandteil landwirtschaftlicher Betriebe wurde und wird der Waldbesitz als „Sparkasse“ betrachtet, die in besonderen Fällen dafür sorgt, dass Investitionen und Neuanschaffungen getätigt werden können. In der aktuellen Situation sind diese wirtschaftlichen Grundlagen massiv bedroht.

Unbestritten ist die Funktion des Waldes als Klimaschützer: Kohlendioxidspeicher, Sauerstoffproduzent, Wasserspeicher, Temperaturregulator, ohne die vielen positiven Eigenschaften des Waldes wird der Klimawandel mit seinen negativen Auswirkungen noch schneller voranschreiten.

Nicht zuletzt wirkt der Wald als Erholungsraum für die Menschen. In Deutschland darf jeder Wald von BesucherInnen betreten werden, egal ob es staatliche Flächen sind oder ob der Wald in Privatbesitz ist. So haben alle die Möglichkeit, die wissenschaftlich nachgewiesene entspannende Wirkung eines Waldspaziergangs zu nutzen.

Auch als Quelle für Spiritualität spielt der Wald eine wichtige Rolle, anfangs in den Naturreligionen, später auch im christlichen Glauben. So existieren heute noch Baumwallfahrtsorte, die in überwiegender der Gottesmutter Maria gewidmet sind.

Die Landfrauenvereinigung des KDFB fordert alle Beteiligten dazu auf, ihren Beitrag zum Erhalt eines gesunden Waldes beizutragen:

  • VerbraucherInnen sollten bei kurzlebigen Produkten (Papier, Brennholz) sparsam mit dem Rohstoff Holz umgehen
  • WaldbesitzerInnen müssen sich langfristig auf eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes einstellen. Ein positives Beispiel bietet das Ordinariat des Bistums Passau mit seinem Konzept zur Schöpfungsorientierten Waldnutzung.
  • Beim geplanten Waldgipfel von Bund und Ländern am 25. September sollten die Grundsätze einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung berücksichtigt werden (z.B. Förderung der Biodiversität, Erhalt alter Wälder).

Bundesvorstand der Landfrauenvereinigung des KDFB e.V.

Bundesvorsitzende der Landfrauenvereinigung ist Bärbel Kräutle.

Stellvertretende Vorsitzende:

  • Rita Braunger
  • Christa Reiterer

Schatzmeisterin:

  • Margot Ampferl

Schriftführerin:

  • Elfriede Lochbihler

Beisitzerinnen:

  • Elisabeth Daubenmerkel
  • Gabi Engert
  • Regina Grimm
  • Inge Langer
  • Rosina Pallauf
Das Foto zeigt den aktuellen Vorstand der Landfrauenvereinigung des KDFB.
Foto: KDFB

Chronik 100 Jahre Landfrauenvereinigung