KDFB
13.05.2016

Die Zeit ist reif, Frauen zu Diakoninnen zu weihen

Foto: KDFB

Köln, 13.5.2016 – Als hoffnungsvolles Zeichen für das Wirken des Heiligen Geistes wertet der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) kurz vor Pfingsten die Nachricht, dass Papst Franziskus eine Kommission einrichten will, die die Zulassung von Frauen zum Weiheamt der Diakonin prüfen soll. „Die Zeit ist reif, Frauen zu Diakoninnen zu weihen“, so KDFB-Präsidentin  Dr. Maria Flachsbarth.

„Wir haben erst vor kurzem in Münster den vom KDFB initiierten Tag der Diakonin gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und dem Netzwerk Diakonat begangen. Uns geht es darum, dass auch Frauen aus dem Amt der Diakonin heraus mit ihren Händen und ihrer Stimme glaubwürdig Zeugnis ablegen können für eine menschenzugewandte und barmherzige Kirche. Denn in unseren Gemeinden ist es längst gelebte Wirklichkeit, dass es vor allem Frauen sind, die den Armen, den Schwachen und Kranken beistehen – also den diakonischen Dienst leben.“

Der Frauenbund engagiert sich schon seit Jahrzehnten für die Weihe von Frauen zu Diakoninnen. „Die Weihe wäre ein sichtbares Zeichen auf dem Weg zu einer partnerschaftlichen Kirche und würde Frauen sakramental stärken, die bereits heute mehrheitlich diakonische Dienste in den Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen leisten“, betont Flachsbarth. „Diese Dienste von Frauen sind ebenso wichtig und heilbringend wie die der männlichen Laien im Amt des Ständigen Diakons. Die Fähigkeiten und Charismen von Frauen sind unverzichtbarer Bestandteil einer partnerschaftlichen und diakonischen Kirche. Diakoninnen muss es um der Glaubwürdigkeit der Kirche willen geben. Als ersten Schritt wünschen wir, dass in die vatikanische Kommission eine angemessene Zahl von Theologinnen und diakonisch tätigen Frauen berufen wird.“

Der Frauenbund setzt sich schon lange mit den theologischen und historischen Wurzeln dieses Amtes auseinander. „Die Fakten liegen auf dem Tisch; es gibt gute Anknüpfungspunkte für Diakoninnen in der Geschichte der Kirche“, stellt Flachsbarth fest. „Die Kirche hat sich in allen Epochen ihrer Geschichte ermächtigt gesehen, Ämter und Dienste entsprechend den aktuellen Erfordernissen auszugestalten. Das Zweite Vatikanische Konzil hat es den Ortskirchen ermöglicht, den ständigen Diakonat von Männern wieder einzuführen, der zuvor über Jahrhunderte verschwunden war. Heute ist es in vielen Ortskirchen an der Zeit, Diakoninnen zu weihen."

Der Frauenbund knüpft mit seinen Forderungen zum Weihediakonat von Frauen auch an das Engagement seiner ehemaligen Vorsitzenden Dr. Gertrud Ehrle an, die sich nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil für Diakoninnen einsetzte. Die Synodalen der Würzburger Synode verabschiedeten 1975 ein Votum, dass der Vatikan die Zulassung von Frauen zum Diakonat prüfen solle. 1997 war der KDFB Mitveranstalter des Internationalen Theologischen Fachkongresses zum Thema „Diakonat. Ein Amt für Frauen in der Kirche – Ein frauengerechtes Amt?“. Im gleichen Jahr initiierte der KDFB den „Tag der Diakonin“ und legte ihn auf den 29. April, den Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena. Seither bringen Frauen und Männer mit Gebeten, Gottesdiensten und Gesprächen ihren Wunsch nach einer sakramentalen Diakoninnenweihe in der Kirche jährlich neu ins Bewusstsein.

Gabriele Klöckner

Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 200.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.

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Im Folgenden können Sie sich zu diesem Thema Interviews ansehen bzw. anhören:

Dr. Claudia Lücking-Michel im ZDF-Morgenmagazin, 13.05.2016

Dr. Maria Flachsbarth bei WDR 2, 13.05.2016

Dr. Elfriede Schießleder in der BR-Rundschau, 13.05.2016 (bis zum 19.05. in der Mediathek)