KDFB
19.03.2018

Wechselmodell nach elterlicher Trennung

Wechselmodell nach elterlicher Trennung: nichts für jeden!

Dortmund, 19.03.2018. Der Bundestag hat in der vorigen Woche über das Wechselmodell nach elterlicher Trennung diskutiert. Diese Debatte wird nun im Ausschuss für Recht und Verbrau- cherschutz weitergeführt. Die Arbeitsgemeinschaft Interessenvertretung Alleinerziehender (AGIA) tritt entschieden gegen eine Festschreibung des Wechselmodells nach elterlicher Tren- nung ein. Auch eine gerichtliche Anordnung gegen den Willen oder das Wohl des Kindes lehnt die AGIA ab:

„Das Wechselmodell, bei dem die Kinder nahezu hälftig bei beiden Eltern leben, kann lediglich im Einzelfall eine gute Lösung sein. Es kann Kindern Kontinuität in den Elternbeziehungen er- möglichen, stellt jedoch hohe Anforderungen an Kinder und Eltern“, so Dr. Anke Klaus, Bundesvorsitzende des SkF, derzeit federführender Verband der AGIA. Das Wechselmodell verlangt Kindern eine umfangreiche Mobilität ab, Eltern eine gute Verständigung miteinander über die Belange der Kinder sowie eine einvernehmliche Klärung unterhaltsrechtlicher Fragen. Finanziell und räumlich entsteht Mehrbedarf wie beispielsweise durch die Doppelung von Anschaffungen und der Einrichtung größeren Wohnraums, der bislang in gesetzlichen Regelungen im Unterhaltsrecht und Sozialgesetzen nicht hinreichend berücksichtigt ist.

„Wir befürworten sehr, dass die gemeinsame elterliche Verantwortung nach Trennungen ge- stärkt wird und beide Eltern sich für gute Entwicklungsbedingungen ihrer Kinder stark machen. Dazu gehören verlässliche Unterhaltszahlungen genauso wie gemeinsame Zeit mit Kindern“, erklärt Frau Dr. Klaus. „Allerdings sind wir von gelebter partnerschaftlicher Aufteilung von Sorge- und Erwerbsarbeit in Familien noch weit entfernt.“ Politik ist gefragt, um Familienleben nach Trennungen zu erleichtern. Dazu gehört, Wertungswidersprüche bei der Anrechnung von Ein- kommen und Vermögen im Unterhaltsrecht und im SGB II aufzuheben (Unterhaltspflicht Bedarfsgemeinschaft) sowie adäquate Beratungs- und Mediationsangebote für Eltern in Trennungsphasen zu fördern.

Trägerverbände der Arbeitsgemeinschaft Interessenvertretung Alleinerziehende (AGIA) sind: Katholischer Deutscher Frauenbund (KDFB), Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) – Bundesverband e.V., Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e. V. (SkF), Katholische Arbeitneh- mer-Bewegung (KAB) und die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft für Einrichtungen der Familienbil- dung (BAG)

Zum Download: Positionierung „Wechselmodell nach elterlicher Trennung: nichts für jede*n!“

Ansprechpartnerin: Geschäftsstelle der AGIA, c/o SkF Gesamtverein e. V. Gisela Pingen-Rainer, Tel. 0231 557026-34, Mail: pingen@skf-zentrale.de

Federführender Verband ist der Sozialdienst katholischer Frauen.

 

Hier können Sie die Pressemitteilung herunterladen.