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10 Jahre Istanbul-Konvention

KDFB zu 10 Jahre Istanbul Konvention
Köln, 10.05.2021

Der KDFB erinnert an die Konvention des Europarates zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die Deutschland am 11. Mai 2011 unterzeichnete. „Wir mahnen an, dass die so genannte „Istanbul-Konvention“ immer noch nicht vollständig umgesetzt ist und geschlechterspezifische Gewalt weiterhin existiert, obwohl sie eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung darstellt“, erklärt KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth.

In Zeiten mit erkennbar zunehmendem Antifeminismus, in der Länder ihren Austritt aus der gemeinsamen Konvention verkünden und häusliche Gewalt in der Corona-Pandemie zugenommen hat, ist ein starkes und vehementes Eintreten gegen Gewalt an Frauen und Mädchen unerlässlich. Nach Auffassung des Frauenbundes muss der Schutz von Frauen und Mädchen vor geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalt gerade jetzt offensiver und konsequenter umgesetzt werden.

„Wir fordern die Unterzeichner der Istanbul-Konvention auf, nicht nur sexualisierte Belästigung, Vergewaltigung, Genitalverstümmelungen, erzwungene Abtreibungen, Sterilisationen und Zwangs-Ehen sowie psychische Gewalt unter Strafe zu stellen. Ebenso wichtig ist heutzutage auch ein entschiedenes politisches Vorgehen gegen digitale Gewalt wie Hate Speech, Cybermobbing und –sexismus, von der immer mehr Frauen betroffen sind. Diese Form der Gewalt, die sich nicht zuletzt durch die sozialen Medien weiter ausbreitet und zutiefst frauenverachtend ist, muss in der Istanbul-Konvention nachträglich umfassend Eingang finden“, so Flachsbarth.

Darüber hinaus appelliert der KDFB an die politisch Verantwortlichen in Deutschland, der Arbeit von Organisationen und Institutionen, die von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen beraten und betreuen, weiter auszubauen und sie langfristig finanziell und personell zu sichern. Qualifizierte Angebote und Beratungsstellen, auch und besonders im Umgang mit digitaler Gewalt, sind dringend notwendig für passgenaue Hilfsmaßnahmen.

Ute Hücker
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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