KDFB fordert gerechte Bezahlung und faire Verteilung von Sorgearbeit
Anlässlich des Equal Pay Day am 27. Februar und des Equal Care Day am 1. März fordert der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) wirksame Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Ungleichheiten bei Entgelt und Sorgearbeit.
„Die Lohnlücke ist kein individuelles Problem einzelner Frauen, sondern Ausdruck struktureller Ungleichheit. Solange Sorgearbeit überwiegend von Frauen geleistet sowie die Arbeit von Frauen systematisch geringer bewertet wird, bleibt Entgeltgleichheit unerreichbar“, betont KDFB-Vizepräsidentin Monika Arzberger.
2025 betrug der unbereinigte Gender Pay Gap 16 %. Selbst bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit zeigt der bereinigte Gender Pay Gap von 6 % nach wie vor eine deutliche Benachteiligung von Frauen. Damit gehört Deutschland im europäischen Vergleich zu den Ländern mit besonders hoher Entgeltlücke. Frauen arbeiten überdurchschnittlich häufig in schlechter bezahlten Branchen und übernehmen nach wie vor den größten Anteil unbezahlter und unterbezahlter Sorgearbeit – im familiären Umfeld ebenso wie in sozialen und pflegerischen Berufen. Die Folgen sind unterbrochene Erwerbsbiografien, Teilzeitarbeit, geringere Aufstiegschancen und ein erhöhtes Risiko von Altersarmut.
Der diesjährige Equal Pay Day steht unter dem Motto „equal pay every day“ und beleuchtet, wie sich die geschlechtsspezifische Lohnlücke über den gesamten Lebensverlauf hinweg entwickelt: von durch Geschlechterstereotype geprägten Berufswahlen über die Phase der Familiengründung und Karriereverläufen bis zu Rentenansprüchen. „Lohnungleichheit wirkt ein Leben lang. Wer die strukturellen Ursachen heute nicht angeht, produziert morgen Altersarmut“, so Arzberger.
Die europäische Entgelttransparenzrichtlinie bewertet der KDFB vor diesem Hintergrund als wichtigen Schritt. Die Richtlinie, die bis Juni 2026 in nationales Recht überführt werden muss, verpflichtet Arbeitgeber unter anderem dazu, Gehaltsspannen bereits im Bewerbungsverfahren offenzulegen und geschlechtsspezifische Lohnunterschiede transparent zu machen. Entscheidend ist aus Sicht des KDFB die konsequente Umsetzung mit Kontrollen und Sanktionen.
Der KDFB fordert neben verbindlichen Maßnahmen zur Schließung der Lohnlücke und zur gerechten Verteilung von Sorgearbeit eine gesellschaftliche Neubewertung von Sorgearbeit. „Gleiche Bezahlung und faire Verteilung von Sorgearbeit sind keine Randthemen, sondern zentrale Voraussetzungen für eine gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft für alle“, so Arzberger.
