KDFB

März 2017

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Weltgebetstag...

Der Weltgebetstag, der in diesem Jahr von Frauen aus den Philippinen stammt, steht an.

Die Vorbereitung lässt mich an eine bestimmte Filipina denken: Lory Obal, eine kleine Frau mit großem Herzen und innerer Stärke. Als ehemalige Referentin für indigene Minderheiten der philippinischen Diözese Kidapawan wurde sie Opfer eines Reklerikalisierungsprozesses der Diözese. Etliche davon Betroffene gründeten ein neues Netzwerk für Solidarität und Frieden, das das gesellschaftliche Engagement fortsetzen sollte. Kontinuierlich wurde Lory von deutschen Initiativen unterstützt und bekam z.B. auch den Shalompreis der Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Lory starb vor wenigen Wochen mit nur 53 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Sie hätte die Möglichkeit gehabt, sich in Deutschland einer längeren Behandlung zu unterziehen. Die Finanzierung wäre gesichert gewesen. Sie lehnte ab, weil sie von ihrer Familie und ihren sozialen Netzwerken nicht so lange getrennt sein wollte und konnte. Außerdem, so sagte sie immer wieder, wollte sie nicht Gelder für ihr eigenes Wohlergehen in Anspruch nehmen, welche für pastorale und soziale Zwecke an anderer Stelle in ihrem Land notwendiger gebraucht werden konnten.

Menschen, Frauen wie Lory faszinieren mich.

Sie konfrontieren mich mit meiner mangelnden Konsequenz in manchen Bereichen und meinem Bedürfnis nach harmonischen Lösungen, die nicht automatisch die besten sind.

Sie geben mir zu denken, wie denn meine Balance zwischen persönlichem Wohlergehen und Einsatzbereitschaft für andere und Gott ist.

Sie fordern mich positiv heraus, das große Ziel zwischen den vielen kleinen Etappenzielen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Anstöße, die ich in die begonnene Fastenzeit mit hinein nehme.

Dr. Andrea M. Friedrich

Dr. Andrea M. Friedrich
Geistliche Beirätin, Diözesanverband Bamberg