KDFB

Alterssicherung für Frauen ist zentrales Thema

Für den KDFB ist der Abbau des Altersarmutsrisikos für Frauen eine der wichtigsten gesellschaftspolitischen Aufgaben. Wir setzen uns für den Ausbau eigenständiger Rentenansprüche von Frauen ein. Gleichzeitig müssen Phasen von Sorgearbeit in den Lebensverläufen von Frauen und Männern möglich sein, ohne wie bisher zu einem erhöhten Altersarmutsrisiko zu führen.

Generationengerechte Alterssicherung

Anlässlich der bevorstehenden Bundestagswahl 2017 verstärken wir unser Engagement für eine bessere Alterssicherung von Frauen. Der KDFB appelliert an alle Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl für den 19. Deutschen Bundestag sich für eine Rentenpolitik einzusetzen, die mit passgenauen Maßnahmen für verschiedene Jahrgangskohorten von Frauen deren unterschiedliche Lebensverläufe besser berücksichtigt. Dabei müssen im Sinne der Handlungsempfehlungen der Sachverständigenkommission für den Zweiten Gleichstellungsbericht Erwerbs- und Sorgearbeit stärker als bislang zusammengedacht werden.

Ergänzend zu unserem Positionspapier „Lebensverläufe und Alterssicherung. Mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Gesetzlichen Rentenversicherung“ fordern wir:

  • Die Ausweitung der Anrechnung von Sorgearbeit in der gesetzlichen Rente durch einen aus Steuermitteln finanzierten 3. Entgeltpunkt auch für vor 1992 geborene Kinder.
  • Die Anrechnung von Rentenanwartschaften für Pflegeleistungen auch nach Rentenantritt der Pflegeperson.
  • Die Umsetzung der bereits 2013 im Koalitionsvertrag vereinbarten Reform des Teilzeit- und Befristungsgesetzes mit einem Rechtsanspruch auf befristete Teilzeit.
  • Die Einbeziehung der Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung, die bislang keinem anderen Altersvorsorgesystem angehören.

Den vollständigen Beschlusstext finden Sie hier.

Frauenbündnis gegen Altersarmut

Wir sind gemeinsam mit anderen Frauenverbänden Erstunterzeichnerinnen des von Ver.di initiierten "Frauenbündnisses gegen Altersarmut". Die Forderung des Bündnisses finden Sie hier.

Die Sensibilisierung junger Frauen für das Thema Altersvorsorge ist den Bündnispartnerinnen ein wichtiges Anliegen. Einen niederschwelligen "Erklärfilm" zum Rentensystem finden Sie hier.

Geschlechtergerechtigkeit bei der Gesetzlichen Rente

Der KDFB ist der Überzeugung, dass das System der Gesetzlichen Rentenversicherung umfassend reformiert werden muss, um den Lebensverläufen und Erwerbsbiographien von Frauen und mittlerweile auch Männern noch gerecht werden zu können. Die Broschüre „Lebensverläufe und Alterssicherung. Mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Gesetzlichen Rentenversicherung finden Sie hier.

KDFB-Engagement für die "Mütterrente"

Wir setzen uns seit Jahren politisch für die höhere Anrechnung von Erziehungszeiten in der Rente für vor 1992 geborene Kinder ein. Wer Kinder erzieht und pflegt, leistet einen immens wichtigen Beitrag für die Gesellschaft – stichtagsunabhängig. Die bessere Anerkennung der Lebensleistung vieler älterer Mütter hält der KDFB für eine Frage der Generationengerechtigkeit.

Es gehört zu unserem politischen Selbstverständnis, dass wir uns auch in laufenden parlamentarischen Debatten und öffentlichen Diskussionen pointiert zu Wort melden.

Im Sommer 2012 haben wir gemeinsam mit der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) über 202.000 Unterschriften für die „Mütterrente“ an Bundesministerin von der Leyen übergeben. Bundesweit unterstützen 200.000 Mitglieder unsere Forderungen zur „Mütterrente“. Eine Zusammenstellung der Aktivitäten und beispielhafte Zitate von Frauenbundfrauen finden Sie hier.

Mit der Postkartenaktion „Bekommt Ihre Mutter, was sie verdient?“, sind wir erfolgreich im Bundestagswahlkampf 2013 aktiv gewesen. Insgesamt wurden 120.000 Postkarten an PolitikerInnen im Wahlkampf versendet.

Hier finden Sie einen Überblick über die vielen regionalen Aktionen im Zuge der Postkarten-Aktion:

  • Foto-Aktion "Zeigen Sie Gesicht: Rentengerechtigkeit für Mütter!" des KDFB-Diözesanverbandes Regensburg (Informationen unter www.frauenbund-regensburg.de)
  • Am 14.06.2013 hat der Zweigverein Schuttertal-Schweighausen seine Postkarten in Berlin an den Bundestagsabgeordneten Peter Weiß, MdB in Anwesenheit der KDFB-Präsidentin Dr. Maria Flachsbarth, MdB überreicht. Ein Foto (Quelle: Peter Weiß, MdB) finden Sie hier.
  • Vorsitzende der Bezirke Amberg und Sulzbach-Rosenberg (KDFB-Diözesanverband Regensburg) überreichten den Bundestagsabgeordneten Alois Karl und Marlene Mortler Postkarten. Hier erfahren Sie mehr. 

Und weitere Zweigvereine berichten über ihre Aktion für mehr Rentengerechtigkeit für Mütter:

Anrechnung der "Mütterrente"

In der Vergangenheit haben uns immer wieder Anfragen erreicht, inwieweit eine Antragstellung zur Anrechnung des zweiten Entgeltpunktes für Erziehungszeiten in der Rente für vor 1992 geborene Kinder, die so genannte „Mütterrente“, notwendig ist.

  • Eine Antragstellung ist nicht notwendig, wenn Kindererziehungszeiten bereits im Rentenkonto vermerkt sind. Dies gilt sowohl für Frauen, die bereits Rente beziehen als auch für Frauen, die zukünftig Rente beziehen werden. Die Erfassung und Anrechnung erfolgt automatisch.
  • Eine Antragstellung kann notwendig sein, wenn keine Erziehungszeiten im Rentenkonto vorgemerkt sind. Dies dürfte unter Umständen in besonderem Maße für die Rentenkonten der Gruppe von Frauen zutreffen, welche die allgemeine Anspruchsvoraussetzung der fünfjährigen Wartezeit für die Regelrente bislang nicht erfüllt haben.

Wir empfehlen, den nächsten eigenen Bescheid über den bisherigen Rentenversicherungsverlauf bzw. den nächsten Rentenbescheid auch bezüglich der Anrechnung von  Kindererziehungszeiten zu überprüfen.

Unter Umständen wirken sich die zusätzlichen Beträge aus dem angerechneten zweiten Entgeltpunkt auf die Höhe von anderen Bezügen aus. Zudem unterliegen die sich durch den 2. Entgeltpunkt ergebenen Rentenbeiträge ggf. dem Abzug durch Steuern sowie der Kranken- und Pflegeversicherung. Manche Stimmen halten dies für unfair oder sehen darin einen Wortbruch von Politikerinnen und Politikern sowie den Unterstützenden der „Mütterrente“, wie z.B. dem Frauenbund.

Die Verrechnung des nun zusätzlichen Rentenbetrags mit anderen Beiträgen aus sozialen Transferleistungen oder Alterssicherungsbezügen liegt aber in der Logik der rechtlichen Regelungen, wie etwa zur Grundsicherung oder der Hinterbliebenenrente.

Dies lässt sich kritisieren, den Erfolg der „Mütterrente“, nämlich das deutliche politische Signal, Erziehungsleistungen insbesondere von älteren Müttern auch rentenrechtlich besser anzuerkennen, schmälert dies allerdings nicht.