Synodale Kirche
Weltweit steht die katholische Kirche vor gesellschaftlichen, kulturellen und innerkirchlichen Herausforderungen und Veränderungen. Vor allem die Erkenntnisse rund um die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche haben deutlich gemacht, wie sehr die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen gelitten haben und wie notwendig erneuerte Formen des kirchlichen Handelns sind. Die Synodalen Prozesse versuchen darauf zu reagieren und neue Formen des Miteinanders und der Entscheidungsfindung zu ermöglichen. Es geht um einen gemeinsamen Weg des Hörens, Beratens und Entscheidens – dabei sollen auf allen Ebenen Gläubige Verantwortung tragen.
Synodaler Prozess – Weltweit

Lai*innen und Bischöfe an gemischten Tischgruppen bei der Weltsynode im Vatikan
Am 9./10. Oktober 2021 eröffnete Papst Franziskus die Bischofssynode „Für eine synodale Kirche. Gemeinschaft, Teilhabe, Sendung“ als weltweiten synodalen Prozess mit dem Ziel, zu beraten, welche Reformen die Kirche braucht. Neben Bischöfen, Klerikern, Ordensleuten und Laien waren zum ersten Mal in der Kirchengeschichte auch Frauen bei den Sitzungen stimmberechtigt. Zwei Sitzungen fanden im Herbst 2023 und im Herbst 2024 statt und fanden ihren Abschluss letztlich im Abschlussdokument zur Weltsynode, welches noch von Papst Franziskus veröffentlicht wurde und den Weg für die Fortführung des Prozesses ebnete.
Nach dem Tod von Papst Franziskus wird der Prozess nun unter Papst Leo XIV. fortgeführt. Somit begann bereits kurz nach seiner Wahl im Mai 2025 die Umsetzungsphase der Weltsynode, in welcher die Ergebnisse der Weltsynode in den Ortskirchen umgesetzt und bis Ende 2026 erprobt werden sollen. Evaluationsversammlungen unter anderem in den nationalen und internationalen Bischofskonferenzen sollen dann im Jahr darauf folgen, bevor die Weltsynode voraussichtlich im Oktober 2028 mit einer Allgemeinen kirchlichen Versammlung abschließt.

Gregor Podschun (BDKJ), Dr. Regina Heyder und Dr. Ute Zeilmann bei der Botschaft beim Heiligen Stuhl in Rom
Auch Vertreterinnen des KDFB waren während der Weltsynode in Rom präsent und haben sich mit den Teilnehmenden und Organisationen vor Ort vernetzen können.
In unserem Mitgliedermagazin KDFB engagiert gab es einen Bericht dazu von Dr. Ute Zeilmann und Dr. Regina Heyder.
Synoden Gleichstellungsindex (Weltsynode 2021-2024)
Im Zuge der Weltsynode waren an vielen verschiedenen Stellen Frauen beteiligt und zum ersten Mal auch stimmberechtigt. Für die zweite Session im Oktober 2024 hat der KDFB den Synoden-Gleichstellungsindex veröffentlicht. Sowohl bei den Ordensober*innen und bei den Delegierten der Kontinentalversammlung als auch bei der Geistlichen Assistenz bestand bereits Geschlechterparität. Im neunköpfigen Leitungspräsidium waren dagegen lediglich zwei Frauen beteiligt. Unter den Expert*innen waren ebenfalls 23 Frauen, darunter die aus den Niederlanden stammende und in Erfurt lehrende Kirchenrechtlerin Myrjam Wijlens. Zu dieser Gruppe gehörte übrigens auch der Sprecher der DBK, Matthias Kopp sowie Thomas Söding als ZdK-Vizepräsident.



Synodaler Prozess – Deutschland
Ausgehend von der Vielzahl der Fälle sexuellen Missbrauchs durch Kleriker wurde zwei Jahre vor der Weltsynode durch die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) der Synodale Weg initiiert und im Jahr 2019 von der DBK beschlossen. Nach intensiver Vorarbeit durch vier Foren, startete der Synodale Weg mit seiner ersten Synodalversammlung Anfang 2020.
Von Beginn an begleitet der KDFB den Synodalen Weg konstruktiv-kritisch und sieht in ihm eine Chance für die Erneuerung unserer Kirche. In zahlreichen Gremien arbeiteten Frauenbundfrauen zudem aktiv mit und Aktionen wie #FrauenStimmen oder die „Digitalen Kaffeepause auf dem Synodalen Weg“ tragen die Anliegen des Synodalen Weges in den Verband hinein.
Wichtige Errungenschaften der bisher fünf Synodalversammlungen von 2020 bis 2023 waren beispielsweise die Annahme aller Texte des Forums „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ in der ersten Lesung sowie die Annahme des gleichnamigen Grundtextes, welcher ein wichtiger Schritt für die Geschlechtergerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit der Kirche ist. Andere Handlungstexte wie die „Verkündigung des Evangeliums durch beauftragte Getaufte und Gefirmte in Wort und Sakrament“ dienen auch für den KDFB als Grundlage für aktuelle Beschlüsse, wie jener zur Förderung der Partizipation von Frauen in der Verkündigung durch die Taufbeauftragung.
Auch die Einrichtung des Synodalen Ausschusses mit dem Auftrag zur Errichtung eines synodalen Gremiums zur Stärkung der Synodalität und Erneuerung der katholischen Kirche begrüßte der KDFB von Beginn an. Neben den grundsätzlichen Fragen zur Errichtung und Etablierung eines synodalen Gremiums beschäftigte sich der Synodale Ausschuss mit weiteren Handlungstexten aus den Synodalforen, die nicht mehr abschließend beraten werden konnten. So wurde auch der Handlungstext „Maßnahmen gegen Missbrauch an Frauen“ im Frühjahr 2025 auf der Sitzung des Synodalen Ausschusses beschlossen.
Als Vertreterin des KDFB ist Dr. Maria Flachsbarth Mitglied in der Synodalversammlung und im Synodalen Ausschuss. In ihrer Funktion als Präsidentin des KDFB (2011 – 2023) erinnert sie in diesem Video daran, wie und warum es zum Synodalen Weg gekommen ist:
Mit der fünften Sitzung des Synodalen Ausschusses (20./21.11.2025) wurde die Satzung der sogenannten Synodalkonferenz beschlossen, welche die Fortführung der Arbeit des Synodalen Weges sichern soll. Diese muss nun sowohl von der Vollversammlung der Deutsche Bischofskonferenz (DBK) sowie der Vollversammlung des Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) angenommen werden, bevor sie zur Erteilung einer „Recognitio ad experimentum“ dem zuständigen Dikasterium vorgelegt wird.
Mit der sechsten Sitzung der Synodalversammlung (29.-31.01.2026) geht somit der Synodale Weg in Deutschland vorläufig zu Ende, aber startet mit dem Gremium der Synodalkonferenz hoffentlich zugleich in eine neue Phase.
Digitale Kaffeepause auf dem Synodalen Weg
Mit der „Digitalen Kaffeepause auf dem Synodalen Weg“ als einstündigem Online-Gespräch werden Themen und Anliegen des synodalen Prozesses in Deutschland mit Expertinnen und Interessierten diskutiert. Alle Interessierten sind herzlich zur Teilnahme eingeladen, um ihre Fragen an die jeweilige Gesprächspartnerin zu stellen.
Unsere Themen aufgearbeitet in
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- Stellungnahmen des KDFB zu aktuellen politischen Themen
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Header-Bild: Synodaler Weg/Maximilian von Lachner
