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Treffen der Klimapilger in Paris

Treffen der Klimapilger in Paris
08.12.2015

COP 21 – Christen in Bewegung

Eindrücke von Helga Sourek (Köln) zum Klima-Vorgipfeltreffen der Pilger und religiösen Gruppen – Paris 27.- 28. November 2015
Am Freitag, 27. November 2015, war es nass und kalt und in der Pariser Innenstadtkirche St. Merry nicht viel wärmer. Hier trafen sich Pilgergruppen aus allen Teilen der Welt. Sie hatten sich auf den Weg nach Paris gemacht, um ihr Engagement für einen besseren Klimaschutz, bessere Lebensbedingungen und eine gerechtere Welt zu zeigen. Auch aus Deutschland waren Menschen hier. Manche waren den gesamten Klimapilgerweg von Flensburg bis Paris mitgegangen, andere waren nur ein Stück des Weges dabei. In die Kirche brachten alle (außer kalten Füßen) ein Symbol oder ein Lied mit, das sie einander vorstellten. Dies nahm mich sehr gefangen und berührte mich zutiefst, so vielfältig und beeindruckend war das Bedürfnis nach einer besseren und lebenswerten Welt.
Da waren z.B.  Anja und ihre Kollegen aus Österreich mit einem großen Rucksack, aus dem sie Beispiele für Energiesparen herausholten. Oder die „Laudato si“ singenden Briten, die mit dem Rad von London nach Paris gefahren waren und von einer ökumenischen Gruppe – auch aus England – unterstützt großen Spruchband aus Micha 6,8: „act justly, love mercy, walk humbly“ (handle gerecht, übe Liebe und wandle in Demut vor deinem Gott).
Natürlich fehlten auch die Deutschen nicht, die Blumen als Zeichen der Hoffnung mitgebracht hatten.
Besonders berührt waren alle von zwei Gruppen von den Philippinen und aus Vietnam, die Tausende von Kilometern teils zu Fuß, teils mit Rad  gepilgert waren, um ein Zeichen zu setzen und mitzuteilen, wie ernst die Lage gerade in ihren Breiten mit Dürre, Überschwemmungen und Erdrutschen ist.
Ebenfalls anwesend waren Vertreter der französischen Bischofskonferenz, von Pax Christi und der anglikanischen Kirche.
Nach kleinen Kaffee- und Suppenpausen nachmittags und abends schloss die séance in St. Merry mit einer Runden-Tisch-Diskussion, die von RCF (Radio Chrétienne Francophone) live übertragen wurde und natürlich: „COP 21 – Christen in Bewegung“ zum Thema hatte. Worte wie Kairos und Dringlichkeit einer ökologischen Kehrtwende fielen.
Sehr müde, aber total inspiriert, gingen Claire Renggli (Schweizer Frauenbund) und ich zu unseren jeweiligen Unterkünften. Am nächsten Morgen trafen wir uns in der Basilica St. Denis zum meditativen Gottesdienst wieder. In großer Stille und Andacht  wurden Worte des Lobpreises der Schöpfung und des Allerhöchsten aus den Hl. Schriften der verschiedenen Religionen gelesen oder gesungen. Nach und nach wurden in der Vierung, innerhalb eines Kranzes von brennenden Kerzen Symbole wie Erde, Wasser Pflanzen und Früchte niedergelegt.
Nach diesem feierlichen Gottesdienst sollten eigentlich draußen in einer Art liturgischen Handlung die Petitionen und Forderungen der Zivilgesellschaft an die Mittelsmänner und -frauen der Verhandlungspartner des Klimagipfels überreicht werden. Wegen der Attentatsgefahr wurde diese Handlung jedoch in einen Saal verlegt, in den nur bestimmte Personen hineinkamen.
Während ich diese Zeilen schreibe, ist Halbzeit des UN-Klimagipfels in Paris. Ich kann nur mit den vielen Gleichgesinnten, die ich in Paris getroffen habe, hoffen und beten, dass diesmal die Staatsmänner und Staatsfrauen sowie alle Beteiligten den Ernst der Lage erkennen und sich mit all ihren Möglichkeiten und Kompetenzen dafür einsetzen, dass die Erderwärmung bindend auf unter 2 Grad reduziert wird.
Als Frauenbundfrau setze ich mich für aktiven Klimaschutz ein und ich habe dies bei dem Treffen in Paris auch deutlich gemacht mit einer großen KDFB-Postkarte. Darauf steht „Frauen für den Klimaschutz“. Als Christinnen und Mitgestalterinnen unserer Politik und Gesellschaft, und auch der Welt, sind wir aufgerufen, Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung und für eine gerechte, lebenswerte Welt zu übernehmen. Deshalb setzt sich der KDFB schon seit vielen Jahren für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit ein.
Helga Sourek, ist Frauenbundfrau, war viele Jahre Mitglied der Internationalen Kommission des KDFB und nahm im Vorfeld des UN-Klimagipfels (30.11. – 11.12.2015) an einem Treffen der Klimapilger in Paris teil.

Die Kirche St. Merry gehört zu den 2 grünen Pfarreien in Paris und ist eine sehr liberale und offene Gemeinde

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