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Frieden
Friedenspolitik muss die Bedeutung von Frauen für den Frieden anerkennen und sie als Akteurinnen einbeziehen.

Frieden

Gerechte Strukturen zu schaffen, ist eine immer neu zu erfüllende Aufgabe. Als Christ*innen sind wir aufgefordert zu handeln und uns für gerechte und menschenwürdige Lebensbedingungen für alle Menschen zu engagieren. Hierzu zählen nicht nur die Befriedigung menschlicher Grundbedürfnisse, sondern auch die Verwirklichung von demokratischer Teilhabe, sozialer Gerechtigkeit, kulturellem Dialog, nachhaltiger Entwicklung, Klimaschutz und gemeinsamer Sicherheit. Frieden ist keine Selbstverständlichkeit und mehr als nur das Schweigen von Waffen.

Basis für Frieden: Frauenrechte sind Menschenrechte

Bei allen Bemühungen um den Frieden ist die Wahrung der Menschenrechte grundlegend. Dass Frauen kein geringerer Menschenrechtsschutz zusteht als Männern, hat erst die UN-Menschenrechtskonferenz von Wien 1993 ausdrücklich herausgestellt (Artikel 18): Rechte der Frauen sind ein integraler Bestandteil der allgemeinen Menschenrechte. Ihre Teilhabe an jeglicher Form des Lebens ist gleichberechtigt und jegliche Form von Diskriminierung oder Gewalt aufgrund des Geschlechts soll beseitigt werden.

Obwohl dieser Grundsatz inzwischen theoretisch weitgehend anerkannt ist, sieht die Realität von Mädchen und Frauen oft noch anders aus. Frauen sind körperlicher und seelischer Gewalt ausgesetzt, ihnen werden Grundrechte wie Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung verwehrt, es fehlt der Zugang zu Entscheidungspositionen. Allein in Deutschland erlebten im
Jahr 2023 mehr als 180.000 Frauen häusliche Gewalt, weltweit wurden rund 85.000 Frauen wegen ihres Geschlechts ermordet (sog. Femizide). Die Zahlen zeigen: Es ist noch viel zu tun. Doch trotz all der Schwierigkeiten und Rückschläge kämpfen Frauen unermüdlich für ihre Rechte.

Frauen in Friedensprozessen

Nachhaltiger Friede ist unter Beteiligung von Frauen deutlich wahrscheinlicher, wie verschiedene Studien belegen (vgl. z. B. EU, 2019; UN Women, 20151). Dennoch gilt: Ihr Gestaltungsspielraum in Friedensprozessen ist gering, die Beteiligung längst nicht selbstverständlich.

Im Jahr 2000 kam es zu einem ersten Durchbruch: Der UN-Sicherheitsrat beschloss am 31. Oktober einstimmig die UN-Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“. Diese legte erstmalig fest, dass Frauen eine wichtige Rolle in Friedensprozessen spielen, und fordert ihre Beteiligung an allen Phasen von Friedensverhandlungen und -erhaltung. Bis dahin war es ein langer Weg, der 1975 mit der ersten Weltfrauenkonferenz in Mexiko begann. Delegierte aus 133 Ländern diskutierten über „Gleichberechtigung, Entwicklung und Frieden“ und verabschiedeten einen „Welt-Aktionsplan“ mit dem Ziel, die Stellung der Frau weltweit zu verbessern. Es dauerte noch bis zur vierten Weltfrauenkonferenz 1995 in Peking, bis die Problematik stärker in den Fokus rückte. So forderten die Teilnehmenden unter anderem gleiche Beteiligung von Frauen an allen Maßnahmen zur Friedensschaffung sowie die Verurteilung von Vergewaltigungen im Krieg als Kriegsverbrechen und eine entsprechende Strafverfolgung der Täter.

Auf den Druck von NGOs, aber auch verschiedener Länder hin setzte der UN-Sicherheitsrat das Thema „Frauen und Frieden“ im Jahr 2000 auf die Tagesordnung und verabschiedete die Resolution 13252. Inhaltlich lässt diese sich in vier Schwerpunkte unterteilen:

  • Es soll die Teilhabe von Frauen an politischen Prozessen zur Bewältigung und Verhütung von Konflikten gestärkt werden.
  • Die Resolution hebt hervor, dass Frauen und Mädchen vor geschlechtsspezifischer Gewalt wie Vergewaltigung und sexualisierter Gewalt als Kriegswaffe in Konflikten unbedingt geschützt werden müssen. Auch sollen Maßnahmen zur Verhinderung geschlechtsspezifischer Gewalt intensiviert werden.
  • Frauen sollen auf allen Ebenen von Friedensprozessen im speziellen und der Sicherheitspolitik generell stärker repräsentiert und aktiv beteiligt werden.
  • Sie fordert, dass in alle Friedens- und Sicherheitsbemühungen der UN eine Geschlechterperspektive integriert wird.

Heute lassen sich viele Fortschritte verzeichnen. Die Umsetzung der Agenda gilt jedoch als fortlaufender Prozess.

friedvoll gerecht (pdf-Broschüre)

Frauenbundfrauen treten für Frieden und Gerechtigkeit ein. Frieden ist schon seit langer Zeit ein bestimmendes Thema im KDFB.

Wie können wir heute in Diözesanverbänden und Zweigevereinen zu Friedensthemen arbeiten? In der aktuellen weltpolitischen Situation gibt es keine einfachen Antworten, die Wege zum Erreichen eines gerechten Friedens sind komplex und die Aufgabe ist scheinbar überwältigend. Mit der vorliegenden Broschüre wollen wir Ihnen hilfreiche Hintergrundinformationen zum Thema liefern. Vor allem soll die Broschüre Mut machen, zu solidarischem Handeln motivieren und Impulse für Ihre Veranstaltungen liefern. Sie lernen Frauen kennen, die sich in Friedensprozesse einbringen und finden Ideen zur Gestaltung Ihrer Arbeit vor Ort.

Friedensschritte des KDFB

Seit der Gründung des Katholischen Deutschen Frauenbundes 1903 ist der Friedensgedanke ein zentraler Motor für die Verbandsaktivitäten. Folgende Meilensteine resultierten aus dem Leitgedanken der Geschlechtergerechtigkeit als Voraussetzung für ein friedvolles Miteinander weltweit:

 

Mitten im ersten Weltkrieg fasst die damalige KDFB-Präsidentin Hedwig Dransfeld den Plan, eine Frauenfriedenskirche zu bauen. Am 5. Mai 1929 wird sie in Frankfurt eingeweiht. Sie ist ein Mahnmal für den Frieden und bis heute die einzige Kirche in Deutschland, die von Frauen für Frauen initiiert und weitgehend finanziert wurde. Auch heute noch ist sie Ziel der Frauenfriedenswallfahrten des KDFB.

Anfang der 1930er-Jahre beteiligt sich der Frauenbund an einer durch die Internationale Abrüstungskonferenz in Genf ausgelösten öffentlichen Diskussion. Die Generalversammlung des KDFB fordert in dem Zusammenhang eine Abrüstung in allen Ländern.

1947 findet die erste Frauenfriedenswallfahrt nach dem Zweiten Weltkrieg statt. Tausende Frauen pilgern zur Frauenfriedenskirche und bekennen sich zum Frieden.

In den 1980er- und 1990er- Jahren bildet das Thema Frieden einen Schwerpunkt des KDFB, beispielsweise in der Erklärung „Erinnerung verpflichtet“ 1995 zum 50. Jahrestag des Kriegsendes, der Erklärung „Menschenrechte sind unteilbar“ 1998 und in der „Friedensbotschaft“ anlässlich des 70 – jährigen Bestehens der Frauenfriedenskirche.

Unter dem Eindruck der weltweiten Terroranschläge und Kriege stellt der Frauenbund seine Delegiertenversammlung 2002 unter das Thema Frieden und verabschiedete die Erklärung „Frieden fällt nicht vom Himmel – Frauen fordern Gerechtigkeit“.

In den 2010er- Jahren setzt der KDFB an verschiedenen Stellen den Fokus auf den Bereich Frieden, beispielsweise als Schwerpunktthema für die Jahre 2013/14 unter dem Motto „friedvollgerecht“.

Seit 2013 zeigt der KDFB jährlich großes Engagement im Rahmen der Solibrot-Aktion von Misereor.

Das Projekt Frau.Macht.Frieden. zeigt, wo Frauen sich einsetzen und daran arbeiten, Frieden in ihrem direkten Umfeld, in ihrer Gesellschaft und weltweit zu stärken.

Frauen fördern Frieden: Praktische Beispiele

Die Umsetzung der Agenda erfolgt in großen Teilen nicht in den Konferenzsälen der Staats- und Regierungschefs. Vielmehr handelt es sich dabei um Aktionen der Zivilbevölkerung, um die tatsächliche Beteiligung von Frauen im Bereich Frieden und Sicherheit zu stärken. Was bedeutet die Stärkung der Teilhabe von Frauen an politischen Prozessen? Jeder Zweigverein kann vor Ort durch Aktionen und Veranstaltungen für Friedensthemen sensibilisieren und zur Solidarität motivieren.

Solibrot-Aktion

Der KDFB engagiert sich seit 2013 jedes Jahr zur Fastenzeit im Rahmen der Aktion „Solibrot“ von Misereor. Die Erlöse der Aktion gehen an Misereor-Partnerorganisationen weltweit, die für mehr Gerechtigkeit einstehen. Dazu zählen auch die Corporación Vamos Mujer in Kolumbien und FOKUPERS in Timor-Leste, die für eine praktische Umsetzung der UN-Resolution 1325 arbeiten und zeigen: Frauen kämpfen weltweit für ihre Rechte und den Frieden.

www.frauenbund.de/solibrot

Foto: Corporación Vamos Mujer, Florian Kopp, Misereor

Corporación Vamos Mujer, Medellín, Kolumbien

Die Organisation verfolgt einen ganzheitlichen Blick: Bereits Kinder und Jugendliche lernen, dass sie unabhängig vom Geschlecht die gleichen Rechte haben, dass Gewalt in jeglicher Form keinen Platz hat und gerade Frauen eine wichtige Rolle im Friedensaufbau spielen. Vor allem Frauen in den ländlichen Räumen, die stark von machistischen Strukturen geprägt sind, nutzen die Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen. Das Konzept: Als „Alihadas“ – Verbündete – vernetzen sie sich, hören sich gegenseitig zu und leisten Hilfe untereinander.

www.misereor.de/bolivien-kolumbien-frauenrechte

Foto: Kathrin Harms Kopp, Misereor

Fokupers, Díli, Timor-Leste

FOKUPERS ist zu einer zentralen Anlaufstelle für Betroffene häuslicher Gewalt in Timor-Leste geworden. Frauen finden dort Zuflucht und erhalten therapeutische sowie medizinische Unterstützung. Zudem bietet FOKUPERS hilfesuchenden Frauen Berufsberatungen an und unterstützt sie auf dem Weg hin zu einem selbstbestimmten Alltag. Einige von ihnen lernen, wie sie Textilien nähen, andere setzen kleine Geschäftsideen um. Nach der Zeit bei der Organisation geht es für einen Teil der Frauen zurück zu ihren Familien – ein anderer Teil jedoch möchte sich ein komplett neues Leben aufbauen. Was sie alle miteinander verbindet: Sie werden von Opfern zu Multiplikatorinnen, setzen sich gegen Gewalt an Frauen ein. Einige von ihnen sprechen auf politischer Ebene vor, um sich für Gleichberechtigung stark zu machen und auf eine gerechtere und friedlichere Gesellschaft hinzuwirken.

www.misereor.de/timor-leste-frauen

Weitere Links

Interessante Videos auf YouTube

Gespräche mit Frauen aus Timor-Leste und Afghanistan (Aktion Frau.Macht.Frieden, 2025)

Weltfrauentag, Online-Podium mit Misereor:

Podcasts:

Weitere Initiativen:

Impulse, Gebete und Lieder:

Regina Pacis in neuem Gewand: Die Instandsetzung der Frauenfriedenskirche in Frankfurt am Main (Deutsche Stiftung Denkmalschutz)

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