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Synodaler Weg

Die Flaggen des Synodalen Weges vor dem Congress Centrum Frankfurt

Köln, 02.02.2023

Das Bekanntwerden unzähliger Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester hat die Notwendigkeit kirchlicher Reformen unübersehbar gemacht. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) haben deshalb den Synodalen Weg initiiert. Am 1. Dezember 2019 startete er in München. Der KDFB sieht im Synodalen Weg eine große Chance für die Kirche und begrüßt den gemeinsamen Weg der Erneuerung ausdrücklich. Der KDFB begleitet den Synodalen Weg von Anfang an konstruktiv-kritisch: Zahlreiche Frauenbundfrauen arbeiten in den Gremien des Synodalen Wegs mit, außerdem hat der KDFB die Aktionen „Digitale Kaffeepause auf dem Synodalen Weg“  und „#FrauenStimmen“ gestartet. Auf der Website der Stadtkirche Frankfurt finden Sie leicht verständliche Zusammenfassungen der teils komplexen Beschlusstexte des Synodalen Weges. Alle weiteren Infos sind auf der Website des Synodalen Wegs zusammengestellt.

Termine des Synodalen Wegs

  • Fünfte Synodalversammlung

    Die fünfte Synodalversammlung wird vom 9. bis zum 11. März 2023 in Frankfurt am Main stattfinden.

    Sie wird die letzte Synodalversammlung sein. Weitere Informationen stellen wir Ihnen in Kürze hier zur Verfügung.

  • Vierte Synodalversammlung

    Die vierte Synodalversammlung fand vom 8. bis zum 10. September 2022 in Frankfurt am Main statt.

    Der KDFB zog eine gemischte Bilanz: „Wir freuen uns über die Annahme des Grundtextes ‚Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche‘, denn er ist ein wichtiger Schritt für Geschlechtergerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit unserer Kirche“, so KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth. „Ein Debakel ist jedoch – trotz der enorm großen Zustimmung der Synodalen – die Ablehnung des Grundtextes zur Sexualmoral seitens der Bischöfe.“ Ausdrücklich begrüßte der KDFB die Einrichtung des Synodalen Ausschusses zur Errichtung eines Synodalen Rates zur Stärkung der Synodalität und Erneuerung der katholischen Kirche – damit werden die insgesamt guten Erfahrungen mit der Synodalität in der deutschen Kirche auf Dauer gestellt.

  • Dritte Synodalversammlung

    Die dritte Synodalversammlung fand vom 3. bis zum 5. Februar 2022 in Frankfurt am Main statt.

    Der KDFB bewertete die Ergebniss dieser als wegweisend für die katholische Kirche in Deutschland. Als historisches Ereignis sieht der Frauenbund die Annahme aller Texte des Forums „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ in der ersten Lesung. „Nicht die Teilhabe von Frauen an allen Diensten und Ämtern ist begründungspflichtig, sondern der Ausschluss von Frauen vom sakramentalen Amt“, so KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth. Mit Blick auf eine notwendige Modernisierung der kirchlichen Sexualmoral und die Neubewertung der Homosexualität stellte der KDFB fest: „Die Qualität von Beziehungen und die Liebe der Menschen müssen im Vordergrund stehen. Diskriminierungen darf es in der Kirche nicht geben.“ Das Forum „Leben in gelingenden Beziehungen“ habe deutlich gemacht, dass die Positionierung zu Fragen der Sexualität, der Segnung von Paarbeziehungen außerhalb der Ehe und auch zur kirchlichen Grundordnung, des Arbeitsrechts, wesentlich zur Glaubwürdigkeit der Kirche heute beitragen, so Maria Flachsbarth.

  • Zweite Synodalversammlung

    Die zweite Synodalversammlung fand vom 30. September bis zum 2. Oktober 2021 in Frankfurt am Main statt.

    Unmittelbar vor der Synodalversammlung rief die Geistliche Beirätin des KDFB, Dorothee Sandherr-Klemp, den Anfang des Synodalen Wegs in Erinnerung: „Im Anfang war die Erschütterung. Die Erschütterung über vielfachen spirituellen Missbrauch im vermeintlichen Schutzraum Kirche. Deshalb der gemeinsame Weg, deshalb der Aufbruch. Deshalb die gemeinsame Bewegung.“ Sie appellierte an alle Synodalen: „Lassen Sie weiterhin die Erschütterung zu, auch die Bewegung, die sie auslöst, gehen Sie gemeinsam – löschen Sie den Geist nicht aus.“

  • Erste Synodalversammlung

    Die erste Synodalversammlung fand vom 30. Januar bis zum 1. Februar 2020 in Frankfurt am Main statt.

    Insgesamt hat der KDFB ein positives Fazit gezogen. Die Diskussionen der 230 Teilnehmenden waren geprägt von Offenheit und gegenseitigem Respekt. „Dringend notwendige Reformentscheidungen und Themen, die für die Zukunft der Kirche von Bedeutung sind, werden – im Wortsinn – auf den Weg gebracht. Der KDFB gestaltet diesen Prozess der Erneuerung inhaltlich und personell verantwortlich mit. Wir engagieren uns für eine Kirche, in der das gleichberechtigte Miteinander von Frauen und Männern selbstverständlich sein muss“, stellte KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth fest.

Bischofssynode Synodale Kirche 2021–2024

Die Bischofssynode ist als vierjähriger, weltweiter Prozess geplant. Der Weg der Synode ist offiziell durch Papst Franziskus am 9./10. Oktober 2021 in Rom eröffnet worden, am Wochenende darauf in den Bistümern weltweit. In die weiteren Phasen werden die Bistümer, eine Reihe von Organisationen und schließlich die Bischofskonferenzen einbezogen, bevor der Prozess in die XVI. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode in Rom einmündet. Diese wird in zwei Sitzungen im Abstand von einem Jahr stattfinden: die erste vom 4. bis 29. Oktober 2023, die zweite im Oktober 2024.

Vom 5. bis 12. Februar 2023 findet in Prag die kontinentale europäische Vorbereitung statt. Die Konferenz in Prag, die in der Verantwortung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) liegt, teilt sich in zwei Phasen:

  • 5.–9. Februar 2023: Konferenz mit 200 Personen in Prag sowie 390 online zugeschalteten Teilnehmern. Die 200 Personen in Prag sind 156 Delegierte von jeder Bischofskonferenz in Europa sowie 44 zusätzliche, von der CCEE eingeladene Teilnehmer. Die 390 zugeschalteten Teilnehmer sind je zehn Personen, die von den Bischofskonferenzen benannt wurden.
  • 10.–12. Februar 2023: Fortsetzung der Konferenz mit den 39 Vorsitzenden aller Bischofskonferenzen in Europa.

Der KDFB fordert für die von Papst Franziskus einberufene Synode das Stimmrecht für Frauen. Einstimmig hat sich die Bundesdelegiertenversammlung 2021 in seiner Stellungnahme für die dringend erforderliche gleichberechtigte Partizipation von Frauen während der gesamten Synode ausgesprochen. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hat dieses Anliegen mit seiner Stellungnahme „Das ganze Volk Gottes muss beraten! Umfassende Partizipation von Frauen* und Männern* an der Weltsynode 2021-2023“ aufgegriffen und verstärkt. Weitere Informationen zur Synode „Für eine synodale Kirche. Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung“ stellt die Deutsche Bischofkonferenz zur Verfügung.

Einblick in die europäische Kontinentalversammlung

Auch der KDFB ist bei der europäischen Vorbereitung auf die Synode vertreten: Frauenbundfrau Kerstin Fuchs, Geschäftsführerin des Jugendhilfezentrums Johannesstift in Wiesbaden, ist als Teil der zehnköpfigen deutschen Delegation online zugeschaltet. Sie gibt Einblick in die Beratungen in Prag:

6. Februar 2023

Kerstin Fuchs

„Als Beraterin der Jugendkommission und aus meiner Arbeit mit benachteiligten jungen Menschen heraus, die oftmals aus prekären Verhältnissen kommen, bin ich gebeten worden, Teil der deutschen Delegation für Prag zu sein. Online werde ich mich mit 9 anderen deutschen Delegierten an der europäischen Kontinentalversammlung beteiligen.

Zentral für die Versammlung ist das Dokument ‘Mach den Raum deines Zeltes weit (Jes 54,2)’, in dem alle Rückmeldungen der diözesanen Etappe der Weltsynode gesammelt worden sind – heute hören wir die Statements der einzelnen Länder mit Blick auf die Fragen, die in diesem Dokument benannt sind.

Nach der Lektüre des Dokuments ist für mich klar, dass die Teilhabe und Mitverantwortung aller Gläubigen in Kirche ein zentraler Punkt der Beratungen sein werden. Für mich bedeutet das auch, die Menschen mit einzubeziehen, die am Rand der Gesellschaft leben, die von der Kirche bisher ausgegrenzt werden. Auch die Frage der Teilhabe von Frauen wird sicher einen breiten Raum einnehmen. Im Dokument aus Rom heißt es dazu: ‘Es ist klar, dass die Kirche einen Weg finden muss, (…) Frauen eine umfassendere Teilhabe auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens zu ermöglichen’. Ich bin sehr gespannt auf die Gespräche mit den europäischen Kolleg*innen und freue mich, meine Erfahrungen und Perspektiven einbringen zu können!”

Frauenstimmen weltweit

Mehrere internationale Dokumente zeigen, dass die Frage der gerechten Teilhabe von Frauen in der Kirche nicht nur in Deutschland oder Europa, sondern weltweit eine zentrale und drängende Frage ist.

Weitere Hintergründe zum Synodalen Weg

Maria Flachsbarth, KDFB-Präsidentin und Mitglied der Synodalversammlung, erinnert in diesem Video daran, wie und warum es zum Synodalen Weg gekommen ist: Beweggrund war und ist der Missbrauch durch Geistliche der katholischen Kirche, die die MHG-Studie 2018 aufgedeckt hat und die Vertuschung und Negierung dessen. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hat die Lai*innenvertretung der deutschen Katholik*innen, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), gebeten,  gemeinsam einen Weg hinaus aus dieser Schuld zu suchen.

Der KDFB in den Gremien des Synodalen Wegs

KDFB-Frauen auf der dritten Synodalversammlung

KDFB-Frauen auf der dritten Synodalversammlung

230 Menschen – Bischöfe, Priester, Lai*innen aus katholischen Verbänden, Organisationen, Einrichtungen – bilden die Synodalversammlung. Sie ist das oberste Gremium des Synodalen Wegs und fasst die Beschlüsse. Für den KDFB-Bundesverband gehören Maria Flachsbarth und Christiane Fuchs-Pellmann der Synodalversammlung an. Zahlreiche weitere Frauenbundfrauen arbeiten in der Synodalversammlung sowie in den vier Synodalforen mit, von denen drei von einer Frauenbundfrau mitgeleitet werden.

Die vier Synodalforen sind für die inhaltliche Arbeit des Synodalen Wegs zuständig. Sie erarbeiten die Vorlagen für die Synodalversammlung. Folgende Foren gibt es:

  • Synodalforum 1: „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“
  • Synodalforum 2: „Priesterliche Existenz heute“
  • Synodalforum 3: „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“
  • Synodalforum 4: „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“

Digitale Kaffeepause

Hannah Ratermann, Theresa Commandeur, Birgit Mock und Dorothee Sandherr-Klemp während der "Digitalen Kaffeepause".

Ein Foto aus der ersten Kaffeepause im Juli 2020. Hannah Ratermann, Theresa Commandeur, Birgit Mock, Dorothee Sandherr-Klemp

Der KDFB begleitet den Synodalen Weg mit verschiedenen Aktionen. Eine davon ist die „Digitale Kaffeepause auf dem Synodalen Weg“: Ein einstündiges Online-Gespräch mit einer Frau, die in einem der vier Synodalforen oder in der Synodalversammlung mitarbeitet. Interessierte sind herzlich zur Teilnahme eingeladen, um ihre Fragen an die jeweilige Gesprächspartnerin zu stellen.

Die nächste „Digitale Kaffeepause“ findet am Donnerstag, 30.03.2023, von 14.30 bis 15.30 Uhr via Zoom statt.

Wir freuen uns darauf, uns mit KDFB-Frau Johanna Beck auszutauschen. Die ehemalige Sprecherin des Betroffenenbeirats der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ist Mitglied im Synodalforum „Leben in gelingenden Beziehungen“ und Redakteurin bei „Christ in der Gegenwart“.

Melden Sie sich bitte bis zum 29.03.2023 per E-Mail an anmeldung@frauenbund.de an. Die Zugangsdaten zur Veranstaltung werden jeweils kurzfristig vor dem Termin versendet.

  • Bisherige Gäste

    Nadine Mersch
    Dr. Andrea Qualbrink
    Mirjam Gräve
    Professorin Monika Grütters
    Dr. Maria Flachsbarth
    Viola Kohlberger
    Katharina Norpoth
    Professorin Dr. Julia Knop
    Professorin Dr. Margit Eckolt
    Dr. Claudia Lücking-Michel
    Svenja Stumpf
    Michaela Labudda
    Carola Lutz
    Professorin Dr. Ute Leimgruber
    Birgit Mock

Aktion #FrauenStimmen

Ausgehend von der christlichen Botschaft macht sich der KDFB stark für eine partnerschaftliche Kirche, die auf Gleichberechtigung ausgerichtet ist und die Menschen nicht diskriminiert. Wir sehen im Synodalen Weg eine große Chance für die hierfür notwendige Bewegung und Erneuerung in der katholischen Kirche. Deshalb gestalten wir ihn mit – auch mit #FrauenStimmen. Die Aktion #FrauenStimmen starteten wir im November 2020.

Im Impulsfilm zur Aktion #FrauenStimmen beschreiben die KDFB-Frauen Birgit Mock (ehem. Vizepräsidentin), Dorothee Sandherr-Klemp (Geistliche Beirätin) und Dr. Regina Illemann (Theologische Referentin), was sie von einer zukunftsfähigen und glaubwürdigen Kirche erwarten.

Impulsfilm zur Aktion

„Was erwartest du von einer glaubwürdigen Kirche?“

Zahlreiche Frauen haben diese Frage in einer Video-Botschaft beantwortet. Klicken Sie sich durch die eingesandten Video-Statements auf unserer #FrauenStimmen Aktionsseite.

Aktionswoche

Von Januar bis Mai 2021 stand in unserer Kampagne bewegen! die Botschaft #Weihe im Mittelpunkt. Vom 25. April bis zum 2. Mai fand dazu bundesweit unsere Aktionswoche #FrauenStimmen statt. Alle Frauenbundfrauen und Freund*innen des Verbands waren eingeladen, sich mit eigenen Aktionen an der Aktionswoche zu beteiligen. Während der Auftaktveranstaltung der Aktionswoche hat Sr. Philippa Rath OSB einen Impulsvortrag zum Thema „Berufungen von Frauen“ gehalten und von Ihrem Engagement im Synodalen Weg berichtet.

Materialien

Zur Unterstützung der teilnehmenden Gruppen hat der KDFB Aktionsmaterial bereitgestellt, das auch über die Aktionswoche hinaus zur Verfügung steht: Der Aktionsleitfaden enthält auf 28 Seiten Hintergrundinformationen zur Aktion #FrauenStimmen, außerdem zahlreiche Aktionsanregungen, Tipps für die Pressearbeit und spirituelle Impulse. Er steht Ihnen als PDF zum Download zur Verfügung und kann über den KDFB-Shop in gedruckter Form (DIN A5-Querformat) bestellt werden (gegen Erstattung einer Versandkostenpauschale).

Die Broschüre „Zugang von Frauen zu allen Diensten und Ämtern der Kirche“ ermutigt KDFB-Mitglieder und Freund*innen, ihre Stimme für eine partnerschaftliche Kirche zu erheben, in der alle Menschen gleichberechtigt sind. In der Broschüre sind theologische Informationen und Hintergründe zusammengestellt, die beim Gespräch über die Zulassung von Frauen zu allen Ämtern hilfreich sind. Sie umfasst 8 Seiten, steht als Download zur Verfügung und ist ebenfalls über den KDFB-Shop in gedruckter Form (DIN A5-Hochformat) bestellbar (gegen Erstattung einer Versandkostenpauschale).

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Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) ist ein unabhängiger Frauenverband mit bundesweit 160.000 Mitgliedern. Seit der Gründung 1903 setzt er sich für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.
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