KDFB

KDFB-Videos zum Thema "Flucht"

Aktion "Gekommen, um zu teilen"

Am 9. Mai 2015, im Rahmen der Frauenfriedenswallfahrt, startete die Aktion "Gekommen, um zu teilen". Sie befasst sich mit der Lebenssituation von Flüchtlingen, ist ein Zeichen der Solidarität mit ihnen und will zu einer Willkommenskultur in Deutschland beitragen.

In vielen Kommunen haben Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten eine Unterkunft gefunden. Menschen aller Generationen haben ihre Heimat verlassen, weil sie dort nicht mehr sicher waren. Zerstörte Häuser, verwüstetes Land, Gewalterfahrungen und Todesängste zwangen sie zum Aufbruch in ein unbekanntes Land mit einer fremden Kultur. Sie wissen nicht, wie lange sie hier bleiben werden, ob sie ein neues Zuhause finden oder jemals in ihr Land zurückkehren können. Ihr größter Wunsch ist, in Sicherheit und Frieden zu leben und bessere Perspektiven für die Zukunft zu erhalten. Ergänzende Informationen finden Sie hier.

Spannende Aktivitäten und Initiativen in Zweigvereinen des KDFB

Foto: Bischöfliche Pressestelle Trier
  • Zweigverein Prüm (DV Trier) „Nationen an einem Tisch“
    Ofen auf, Blech rein, Ofen zu. Rund 20 Frauen wuseln in der Schulküche der ehemaligen Prümer Hauptschule. Hengameh Habibi (36) arbeitet mit Maryam Shamiri (52) an süßen iranischen „Zungen“ – mit Blätterteig, Safran und Honig. Ihnen gegenüber sticht Haba Al-Mohammed (25) mit ihren drei Kindern Melek (5), Riham (4) und Hamsa (2) Hefeplätzchen aus. Und Leyla Kahraman (63) formt Schokobällchen.
    „Nationen an einem Tisch“ heißt ein Projekt des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) in Prüm. Viermal im Jahr treffen sich Frauen aus verschiedenen Nationen in Prüm zum Kochen, Backen und gemeinsamen Essen – egal, ob sie bereits seit Jahren in Deutschland leben, wie Kahraman, die vor 44 Jahren aus der Türkei kam, oder erst vor ein paar Wochen, wie Al-Mohammed, die vor vier Monaten aus Syrien nach Deutschland floh.
    „Wer gerne mit uns kocht und backt, darf teilnehmen“, sagt Petra Schweisthal vom KDFB. „Wir sind einfach eine bunte Tischgemeinschaft“. Und dabei geht es über das Kochen und Backen hinaus. Das Treffen dient auch der Vernetzung und der Information. „Gerade habe ich jemanden auf einen Integrationskurs aufmerksam gemacht“, sagt Schweisthal. Zudem gebe es kulturellen Austausch – von der Frage, wie in Deutschland genau Weihnachten gefeiert werde, bis zum Tauschen von Rezepten. Oft schnuppern die Frauen auch an den mitgebrachten Gewürzen der anderen. „Man entdeckt dabei oft bekannte Düfte, aber die Mischung ist uns fremd.“ „Ich wollte mir das mal anschauen“, sagt Haba Al-Mohammed. Die junge Syrerin ist zum ersten Mal dabei und ist erst vor wenigen Wochen in Pronsfeld in der Eifel untergekommen. Von einer anderen Teilnehmerin, Mona Wallesch, hat sie von „Nationen an einem Tisch“ erfahren. „Den Kindern und mir macht es Spaß. Ich glaube, ich komme wieder“, sagt Al-Mohammed auf Arabisch – und Wallesch übersetzt für sie. „Die Sprache ist kein Problem hier“, sagt Petra Schweisthal. „Und zur Not verstehen wir uns mit Händen und Füßen.“
    Deutschland, Iran, Holland, Polen, Syrien oder Togo. Nicht nur die Mischung der Zutaten ist vielfältig, sondern auch die der Teilnehmerinnen. „Es ist einfach schön, dass wir hier so zusammenkommen“, sagt Maryam Shamiri. Gemeinsam mit ihrer Freundin Hengameh Habibi kommt die Iranerin öfter zu „Nationen an einem Tisch“. Auch ihre Tochter Yasmin (13) ist meistens mit dabei. „Sie ist praktisch hier großgeworden“, sagt Shamiri. „Es ist einfach schön, dass es die Möglichkeit gibt, sich hier zu treffen“, sagt Shamiri. Weitere Informationen zu „Nationen an einem Tisch“ gibt es unter: www.frauenbund-pruem.de.
  • Zweigverein Neufahrn (DV München und Freising) Der Bayerische Rundfunk hat in einem Fernsehbeitrag über die Aktivitäten des Zweigvereins berichtet. Den Beitrag können Sie sich hier ansehen.
  • Zweigverein Herzogenaurach (DV Bamberg) Der Zweigverein Herzogenaurauch beschenkte in einer Aktion Flüchtlingskinder. Lesen Sie hier den Beitrag.
  • Zweigverein Zusmarshausen (DV Augsburg) „Weihnachtsfreude teilen- ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit“: Dieser Gedanke leitete die Frauen aus Zusmarshausen, die am zweiten Weihnachtsfeiertag 2014 30 junge Männer aus der Asylunterkunft ihres Ortes zu einer weihnachtlichen Feierstunde mit Fremden und Einheimischen am Hirtenfeuer einluden. Herbert Hafner, der Deutschkurse für die Asylanten aus Eritrea, Nigeria, Pakistan und anderen Ländern gibt, zeigte den Gästen, die vorwiegend aus islamischen Ländern kommen, vorab eine Krippe und erklärte das Weihnachtsgeschehen. Anschließend führte er sie auf den Hof der örtlichen KDFB-Vorsitzenden Anni Hartmann, wo eine „Christmas-Party“ mit leckeren Plätzchen, Mandarinen, Nüssen und anderen Köstlichkeiten auf die Gäste wartete. Bezirksleiterin Judith Rathgeber hatte schon am Vortag einen Christbaum mit roten Kugeln geschmückt und den Rahmen geschaffen. Ein wärmendes Feuer, Musik und heiße Getränke, die Bezirksleiterin Irene Skarke ausschenkte, schufen weihnachtliche Atmosphäre. Auch süße Päckchen, die als Spende der Ortsvereine verteilt werden konnten, durften nicht fehlen. Die zahlreichen mitfeiernden Zusmarshauser, darunter auch Bürgermeister Bernhard Uhl und Pfarrer Hans Strauch von der evangelischen Gemeinde, waren sich einig, dass das gemeinsame Erleben eines Festes über alle Sprachbarrieren hinweg Verbindendes schafft und Wertschätzung stiftet. „Unser Fest will ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit sein“, waren sich die Organisatorinnen vom Frauenbund des Ortes und des  Bezirks einig.
  • ZV Wuppertal (DV Köln): Vortrag mit anschließender Diskussion am Nachmittag: „Bollwerk Europa – Zuwanderung, Verantwortung und Gerechtigkeit“, Referentin: Diplomtheologin Christina Kumpmann. Im Vortrag wird die rechtliche Situation an den europäischen Außengrenzen geschildert. Wie hat sich die Politik in der Flüchtlingsfrage in der EU entwickelt? Welche Wege muss Europa im Umgang mit den Flüchtlingen einschlagen?
  • ZV Vechta Maria Frieden (DV Münster): Vortrag „Flüchtlingsrecht“:Als Referentin hat der Zweigverein eine Frau eingeladen, die schon seit 25 Jahren Flüchtlinge betreut, die nach Deutschland kommen. Sie schildert die Situation und die Probleme, auf die die Flüchtlinge treffen, wenn sie hier angekommen sind. Aus ihrer praktischen Arbeit berichtet die Referentin, welche Hilfsangebote benötigt werden und wie sich Frauen einbringen können, die sich in der Unterstützung der Flüchtlinge engagieren möchten.
  • Zweigverein Bremen (DV Osnabrück):
    - Seit mehr als 15 Jahren gibt es den so genannten „Internationalen runden Frauentisch“, bei dem Frauen aus vielen Ländern zwei- bis dreimal im Jahr abwechselnd bei einem landestypischen gemeinsamen Abendessen von ihrem Glauben, ihrer Kultur und ihren Gebräuchen erzählen und sich austauschen.  - Hl. Messe mit anschließender Kaffee-/Teerunde zum Thema "Wir sind eine Kirche von Flüchtlingen - Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland"

Spannende Aktivitäten und Initiativen außerhalb des Frauenbundes

In diesem Bereich befindet sich eine Sammlung verschiedener Arbeitshilfen, Links, Informationen, Stellungnahmen oder Berichte zu den Aspekten Teilen, Flüchtlinge, Hilfen etc.

Hier gelangen Sie zu den Beiträgen:

  • Die Deutsche Bischofskonferenz hat eine neue Internetseite zur Flüchtlingshilfe der katholischen Kirche eingerichtet. Es handelt sich um eine Erweiterung des bisherigen Dossiers "Flüchtlingshilfe". Hier erfahren Sie mehr.
  • Die Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz hat am 18.02.2016 Leitsätze des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge veröffentlicht. Hier finden Sie den Text.
  • Die Frauenrechts- und Hilfsorganisation medica mondiale gibt konkrete Tipps für Ehrenamtliche im Kontakt mit geflüchteten Frauen. Hier finden Sie die Anregungen.
  • Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) Bayern und die Evangelische Landjugend (ELJ) geben den ökumenischen Werkbrief "Flucht-Zukunft-Asyl - auf dem Land" heraus. Hier erfahren Sie mehr.
  • Die Teilnehmenden des Abschlussforums des überdiözesanen Gesprächsprozesses "Im Heute glauben" der Deutschen Bischofskonferenz verabschiedeten am 12.9.2015 eine Erklärung zur Flüchtlingskrise. Hier finden Sie den Text "Flüchtlinge schützen - den gesellschaftlichen Zusammenhalt bewahren".
  • Hier finden Sie eine Zusammenstellung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) über Aktivitäten von Verbänden und Organisationen zum Thema "Flüchtlingshilfe".
  • Auf der Internetseite der Deutschen Bischofskonferenz befindet sich ein Dossier zum Thema "Flüchtlingshilfe". Zusammengefasst sind die Hilfen von Bistümern, Hilfswerken, Orden. Außßerdem sind Dokumente, Stellungnahmen, Interviews und zahlreiche Links aufgelsitet. Sie finden das Dossier hier.
  • Die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) hat am 8./9.5.2015 eine Resolution für eine menschenwürdige Flüchtlingspolitik verabschiedet. Hier finden Sie den Beschlusstext.
  • Der Katholikenrat im Bistum Trier hat in einem Flyer für Pfarrgemeinden Informationen zur Begleitung und Unterstützung von Asylbewerbern und Flüchtlingen zusammengestellt.
  • Hier erhalten Sie Informationen zur Flüchtlingshilfe im Bistum Trier.
  • Hier erfahren Sie mehr über die Flüchtlingsarbeit im Bistum Trier.
  • Das Erzbistum Köln hat die "Aktion Neue Nachbarn" gestartet; Informationen dazu finden Sie hier.
  • Zum Gedenken an die 23.000 Flüchtlinge, die seit dem Jahr 2000 ihr Leben auf der Flucht verloren haben, hat das Erzbistum Köln mit 23.000 Glockenschlägen an menschliche Schicksale erinnert. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
  • Pax Christi in der Diözese Limburg eröffnet am Antikriegstag, dem 1. September 2015 die 14. ökumenische Aktion »Wanderfriedenskerze« im Frankfurter Dom. Weitere Infos dazu hier.
  • Das Internetportal katholisch.de befasst sich ebenfalls mit dem Thema "Flüchtlinge".
  • Bei "Pfarrbrief-Service" steht das September-Thema unter dem Motto "Auf der Flucht". Hier erhalten Sie entsprechende Informationen und Anregungen.

Weitere Informationen zur Aktion "Gekommen, um zu teilen"

Das Schicksal und die Verunsicherung der Flüchtlinge rührt an und vielerorts überlegen Bürgerinnen und Bürger, wie sie mit kleinen Gesten oder konkreten Angeboten diesen Menschen ein Gefühl des Willkommens vermitteln und eine Unterstützung in alltäglichen Dingen anbieten können. Auch Frauenbundfrauen engagieren sich bereits.

Für alle KDFB-Gruppen, die ein Zeichen des Willkommens und der Mitmenschlichkeit setzen wollen, bietet der KDFB-Bundesverband die Aktion "Gekommen, um zu teilen" an. Mitmachen können Mitglieder auf allen Ebenen des Verbandes: in Zweigvereinen, Regionen, Bezirken und Diözesanverbänden. Sie werden ermuntert, mit Interesse und Offenheit Kontakte zu Flüchtlingen zu knüpfen.

Der Aspekt des Teilens steht im Vordergrund. Teilen ist ein starker Ausdruck von Solidarität mit anderen Menschen. Aufeinander zugehen, Vorurteile überwinden, Schicksale wahrnehmen und Unterstützung bei der Bewältigung des neuen Lebensabschnittes anbieten, Zeit teilen und mehr voneinander erfahren - all das kann  zu einem Geben und Nehmen beitragen. Teilen meint auch Mitteilen und Vertrauen schenken.

Auch Flüchtlinge bringen etwas mit, das sie uns mitteilen und mit uns teilen können. Ihre Erfahrungen von der Flucht, ihre beruflichen und handwerklichen Fähigkeiten, ihre Traditionen und Bräuche, ihre Pläne und Wünsche, ihre Ängste, aber auch ihre Freude oder ihre Bereitschaft, sich in der Kommune oder Pfarrei nach ihren Möglichkeiten zu engagieren und das vielfältige Leben zu bereichern.

Zur Gestaltung der Aktion stehen Postkarten, ein Plakat, ein Button und eine Arbeitshilfe zur Verfügung. Nutzen Sie sie, um darauf einzutragen, was Sie mit Flüchtlingen teilen wollen. Oder was Sie von Politik, Gesellschaft und Kirche erwarten, um die Lebenssituation von Flüchtlingen zu vebessern. Laden Sie damit zu Veranstaltungen ein, damit sich Menschen unterschiedlicher Kulturen begegnen und Fremdheit überwinden können.

Eröffnung der Aktion am 09.05.2015 in Frankfurt

Beate Born (KDFB-Vizepräsidentin)

Hier finden Sie die Rede zur Eröffnung der Aktion am 09.05.2015, Beate Born (KDFB-Vizepräsidentin).

Arbeitshilfe "Gekommen, um zu teilen"

Wenn Sie sich an der Aktion "Gekommen, um zu teilen" beteiligen möchten, finden Sie hier unsere Arbeitshilfe. Sie beinhaltet Beispiele zum Einsatz der Postkarte und des Plakats sowie Praxisbeispiele aus KDFB-Zweigvereinen und Diözesanverbänden. Außerdem enthält sie weiterführende Links und Materialien zum Thema "Flüchtlinge", Gebete, Lieder etc.

Postkarte "Gekommen, um zu teilen"

In der Arbeitshilfe finden Sie Vorschläge zur Verwendung der Postkarte "Gekommen, um zu teilen". Hier können Sie die Karten im 50er-Pack zum Preis von 3,50 Euro zzgl. Porto bestellen.

Plakat "Gekommen, um zu teilen"

Auch das DIN-A-3-Plakat zur Aktion "Gekommen, um zu teilen", können Sie hier zum Preis von 0,20 Euro pro Stück zzgl. Porto bestellen.

Alternativ können Sie es hier herunterladen und selbst farbig ausdrucken.