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Juni 2016

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Wenn es nur einmal so ganz stille wäre...

Foto: www.pixabay.de

Liebe Frauenbundfrauen,

„der Juni und der Juli sind der neue Advent“ - so kommentierte neulich eine Kindergartenmutter die Terminliste dieser Monate. Statt unterschiedlicher Christkindlmärkte und Weihnachtsfeiern sind es jetzt im Sommer eben die verschiedenen Sommer-, Abschieds- und Grillfeste, die unsere Wochenenden füllen; statt Glühwein sind es jetzt eben Hugo und Aperol Sprizz; statt Weihnachtsgeschenke shoppen ist es Gartenarbeit, Marmelade einkochen und zwischendrin die Sonne nutzen und schwimmen gehen.

Dabei mag ich eigentlich den Sommer, aber in diesem Jahr habe ich das Gefühl, vielleicht verstärkt durch den frühen Ostertermin, dass alles gedrängt und voll ist, dass die Ruhephasen fehlen. Kaum ist das eine vorbei, kommt schon das nächste daher.

Wenn es nur einmal so ganz stille wäre...“ beginnt ein Gedicht von Rainer Maria Rilke, das meine Sehnsucht nach Ruhe und Erholung in Worte fasst.

Nur einmal Stille – damit ich durchschnaufen kann und mich auf das nächste Fest freuen kann und nicht nur die viele Arbeit dahinter sehe.

Nur einmal Stille – damit ich mich wieder spüren kann und neue Kraft finde, um meine Arbeit zu erledigen.

Nur einmal Stille – damit ich Gott in mir, im Mitmenschen, in der Schöpfung erkenne und „Danke!“sagen kann, bewusst und von ganzem Herzen.

Das wünsche ich Ihnen und mir!

Ihre Theresia Reischl

 

P.S.: Das ganze Gedicht finden Sie im „Stundenbuch – Buch vom mönchischen Leben“ von Rainer Maria Rilke, Köln 2007, S. 14:

"Wenn es nur einmal so ganz stille wäre.

Wenn das Zufällige und Ungefähre

verstummte und das nachbarliche Lachen,

wenn das Geräusch, das meine Sinne machen,

mich nicht so sehr verhinderte am Wachen.

 

Dann könnte ich in einem tausendfachen

Gedanken bis an den Rand dich denken

und dich besitzen (nur ein Lächeln lang),

um dich an alles Leben zu verschenken

wie einen Dank."

Dr. Theresia Reischl
Geistliche Beirätin, Diözesanverband München und Freising