Führungskraft im KDFB
und noch keinen Zugang?


Prostitution – das Geschäft mit der „Ware Frau“

Zitat Vize-Präsidentin Sabine Slawik:
Köln, 05.10.2021

Zum heutigen Internationalen Tag gegen Prostitution macht der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) auf Missstände in der Prostitution aufmerksam. „Wir sehen in der Prostitution ein System, in dem Frauen und auch Männer oftmals benutzt, ausgebeutet und ihrer Würde beraubt werden. Menschen als Sexobjekte zu kaufen und sie zudem auch noch durch Gewalt und Erniedrigung gefügig zu machen, ist ein Verstoß gegen die Menschenrechte“, erklärt KDFB-Vizepräsidentin Sabine Slawik.

Der KDFB lehnt eine Praxis ab, in der größtenteils Männer dieses System als Freier durch den Kauf von Sexleistungen betreiben oder von diesem System als Zuhälter und Bordellbetreiber finanziell in erheblichem Maß profitieren. Die Bezahlung des sexuellen Zugangs zum Körper einer anderen Person stellt eine Form sexueller Gewalt dar und ist oftmals mit der Ausnutzung von Frauen in Notsituationen verbunden.

„Deutschland gilt mit seinem vielschichtigen und heterogenen Prostitutionsgewerbe und seiner liberalen Gesetzgebung als „Bordell Europas“. Sexkauf ist oftmals billig und führt dazu, dass Frauen als Ware angesehen und ausgebeutet werden. Freiern, die sich möglichst preiswert sexuell vergnügen, fehlt es häufig an jeglichem Unrechtsbewusstsein. Es gibt weder ein Recht auf sexuelle Dienstleistungen noch auf sexuellen Missbrauch von Frauen“, so Slawik.

Da das Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) bisher nicht zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensumstände von in der Prostitution tätigen Personen geführt hat, fordert der KDFB die Bundesregierung auf, auf Grundlage des „Nordischen Modells“ aktiv zu werden. Dazu gehört u.a. die Einführung eines Sexkaufverbotes und der Freierbestrafung, die Entkriminalisierung von Prostituierten, Ausstiegsprogramme für traumatisierte Frauen sowie Hilfen zur physischen und psychischen Rehabilitation. Ebenso wichtig ist die finanzielle Sicherung von Organisationen, die Frauen beraten und betreuen, wenn sie von Zwangsprostitution und Gewalt betroffen sind.

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