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„Erzählen als Widerstand“ erhält Marga Bührig Preis

Preisträgerinnen Marga Bührig Preis Erzählen als Widerstand (c) Adine Schweizer

Die Herausgeberinnen des Buches bei der Verleihung: Prof.in Dr. Ute Leimgruber, Dorothee Sandherr-Klemp (Geistliche Beirätin des KDFB), Dr. Regina Heyder und Dr. Barbara Haslbeck

Köln, 25.10.2021

Vor elf Monaten, zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen (25. November), präsentierte der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) das Buch „Erzählen als Widerstand“. Am vergangenen Freitagabend, 22.10.2021, wurde es mit dem Förderpreis der Marga Bührig-Stiftung ausgezeichnet. Die Herausgeberinnen Barbara Haslbeck, Regina Heyder, Ute Leimgruber und Dorothee Sandherr-Klemp, Mitglieder der Theologischen Kommission des KDFB, nahmen den Preis im Rahmen einer Feier im Literaturhaus Basel entgegen.

„Missbrauch an erwachsenen Frauen in der katholischen Kirche ist schon lange bekannt, aber es wurde kaum darüber gesprochen. Es hat uns empört, dass niemand öffentlich etwas gegen diese Gewalt an Frauen unternahm“, erklärt Regina Heyder, Vorsitzende der Theologischen Kommission des KDFB und Initiatorin des Buches „Erzählen als Widerstand“. Darin schreiben 23 Frauen über den sexuellen und spirituellen Missbrauch im Raum der Kirche. Sie brechen ihr jahrelanges Schweigen und berichten, was Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen ihnen angetan haben. Luzia Sutter Rehmann als Präsidentin des Stiftungsrats sowie die Laudatorinnen Melanie Muhmentaler und Moni Egger würdigten neben den Berichten der 23 Frauen insbesondere die befreiungstheologische Dimension der wissenschaftlichen Essays in „Erzählen als Widerstand“.

Dorothee Sandherr-Klemp, Geistliche Beirätin des KDFB, stellt fest: „Durch unser Buch wurde im Verband und in der Kirche bisher Unsagbares sagbar. Das ist deshalb wichtig, weil eine Tabuisierung immer die Täter*innen unterstützt. Die Berichte zeigen deutlich, dass Täter*innen strategisch vorgehen: Im Raum der Kirche bahnt spiritueller Missbrauch den sexuellen Missbrauch an. Jede Frau, jeder Mensch kann zum Opfer werden.“

Für die vier Herausgeberinnen bedeutet der Marga Bührig-Förderpreis eine öffentliche und ökumenische Solidarität. „Mit dem Namen dieser Pionierin der Frauenbewegung und feministischen Theologie, der internationalen und ökumenischen Vernetzungen, der Friedensarbeit und Befreiungstheologie verbunden zu sein, ist Ehre und Ermutigung zugleich“, so ihr Fazit. Mehr unter www.marga-buehrig.ch und unter www.erzaehlen-als-widerstand.de.

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